Platzrede! • 24.4.2019 • 12 Uhr • Berliner Platz

Verkündigung mit Leidenschaft! - Dr. Werner Kleine bei der Platzrede im Oktober 2017. Diskussion ausdrücklich erwünscht! (Foto: Christoph Schönbach)

Von Beginn an ereignete sich die Verkündigung der frohen Botschaft in der Öffentlichkeit. Die situative Rahmenbedingung Bergpredigt oder die Feldrede Jesu, die im Matthäus- bzw. Lukasevangelium einen wesentlichen Teil der Verkündigung Jesu überliefern belegen dies ebenso wie die Pfingstrede des Petrus oder die Rede des Paulus auf dem Athener Areopag in der Apostelgeschichte. Dabei lässt schon die biblische Tradition eine enge Verbindung der Verkündigung der frohen Botschaft mit dem aktuellen Alltag der Zuhörerinnen und Zuhörer erkennen. 

Die Katholische Citykirche Wuppertal nimmt diese biblische Tradition mit einem neuen Projekt, den „Platzreden“ wieder auf. Pastoralreferent Dr. Werner Kleine wird am Mittwoch, dem 24. April 2019 um 12 Uhr die nächste Platzrede in diesem Jahr auf dem Berliner Platz in Wuppertal-Oberbarmen halten. Dabei wird er ebenso auf theologische wie auf tagesaktuelle und lokalrelevante Inhalte eingehen. Der konstruktive Zwischenruf seitens des Publikums ist ausdrücklich erwünscht. 

Die Platzreden verstehen sich als ernsthafte Unterhaltung an einem besonderen öffentlichen Ort. Gerade der Berliner Platz, der jüngst als „gefährlicher Ort“ eingestuft wurde, wurde zum Auftakt gewählt. Wo sonst in der Stadt könnte die biblische Zusage des „Fürchtet euch nicht“ deutlicher zur Sprache kommen.

Die Platzreden werden in Kooperation mit dem „Berliner Plätzchen“, einer Einrichtung der kath. Pfarrgemeinde St. Johann Baptist gegenüber des Berliner Platzes, veranstaltet.

Todsicher auferstanden!

Oder: Mit Paulus lernen, wie man Theologie treibt

Kreuzestod und Auferstehung bilden den inneren Kern des christlichen Glaubens. Dabei ist allein schon der Glaube an die Auferstehung eine Herausforderung an die Vernunft, widerspricht sie doch zuerst aller menschlichen Erfahrung. Bereits Paulus stellt sich dieser Skepsis - und legt damit die Basis für die Prinzipien theologischer Erkenntnis, die nicht bloß glaubt, sondern um Verstehen ringt. Die Herausforderung bleibt - auch für diejenigen, die sich gegen die Auferstehungszeugen stellen.

Zum Beitrag "Todsicher auferstanden!" von Dr. Werner Kleine

Zur Soundcloud-Playlist mit allen Dei-Verbum-Beiträgen

Hauptgewinnerin stiftet Osterei für Kinderhospiz

Dr. Werner Kleine (links) und Giorgio Giannone (rechts) überreichen den Hauptgewinn an Tanja Grotzke (Mitte). (Foto: Christoph Schönbach)

Eiscafé Giannone unterstützt mit alter italienischer Tradition die Katholische Citykirche Wuppertal

Die Osterlosaktion des Eiscafé Giannone (Kaiserstr. 122, Wuppertal-Vohwinkel) ist beendet. Am Mittwoch, dem 17. April 2019 zog Dr. Werner Kleine von der Katholischen Citykirche Wuppertal die Gewinnlose. Sechs Schokoladeneier á 250g, drei á 3,5kg und den Hauptgewinn - ein Schokoladenei mit einem Gewicht von 7,5kg wurden verlost. Die Hauptgewinnerin Tanja Grotzke freute sich sehr über das riesige Osterei, das sie spontan dem Kinderhospiz Burgholz stiftete.

Giorgio Giannone, der Inhaber des Eiscafés, stellt den Reinerlös der Verlosungsaktion als Spende für die seelsorgliche Arbeit der Katholischen Citykirche Wuppertal zur Verfügung.

Die Gewinne können ab sofort im Eiscafé Giannone abgeholt werden. Hier die Gewinnnummern:

Schokoei 250g Losnr.: 122 - 211 - 236 -259 - 280 - 326
Schokoei 3,5kg Losnr.: 8 - 42 - 283
Hauptgewinn Schokoei 7,5kg Losnr.: 71

Fotos von der Verlosung gibt es bei flickr.com

Mystagogische Kirchenführungen in Wuppertal

Mystagogische Kirchenführung in Wuppertal (Foto: Christoph Schönbach)

Die nächste Kirchenführung der besonderen Art (mystagogische Kirchenführung) findet am Dienstag, dem 23. April 2019 um 18 Uhr in St. Antonius (Unterdörnen 137/Nähe Alter Markt in Wuppertal-Barmen) statt.

Im Unterschied zu herkömmlichen Kirchenführungen, die eher kunst- oder architekturgeschichtlich orientiert sind, möchte die mystagogische Kirchenführung den Kirchenraum als Kultraum erschließen. Kirchen sind nicht bloß Versammlungsstätten, sie sind auch Stein gewordene Glaubenszeugnisse ihrer Zeit. Das Entdecken dieser spirituellen und mystischen Dimension des Raumes und seiner „kultischen Funktion“ steht im Mittelpunkt der mystagogischen Kirchenführung. Dabei werden vor allem zentrale Orte der katholischen Liturgie (Eingang, Taufbecken, Ambo, Altar, Tabernakel) aufgesucht und und in ihrer rituellen Bedeutung erschlossen. Die mystagogische Kirchenführung wird dabei selbst gewissermaßen zu einer Liturgie. Zur mystagogischen Kirchenführung gehören daher auch kleine, von den Teilnehmern selbst vollzogene Riten wie etwa eine Weihrauchspende oder das Schmecken von Manna.

Weitere Informationen unter www.mystagogische-kirchenfuehrung.de.

Für diese Kirchenführung ist eine Anmeldung bis zum 22. April 2019 per E-Mail an katharina.nowak@katholische-citykirche-wuppertal.de oder telefonische unter 0202-42969674 nötig.

Blessing of Bikes and Bikers • Segensfeier für Motorradfahrer • 26.4.2019, 17 Uhr • Laurentiusplatz

Dem Hl. Judas Thaddäus zur Ehre • Wallfahrt zum Helfer in schwierigen Lebenslagen am 28.4.2019

Der Hl. Judas Thaddäus wird an jedem 28. eines Monats in St. Marien in Wuppertal-Elberfeld geehrt.

Der Hl. Judas Thaddäus gehört zu den fast vergessenen Aposteln. Er ist der Fürsprecher und Helfer in schwierigen Lebenslagen. Sein Gedenktag ist der 28. Oktober.

Ihm zu Ehren versammeln sich schon seit langem in Mexiko-Stadt viele, die am Rande der Gesellschaft stehen oder hoffnunglos sind, an jedem 28. eines Monats, um ihn als starken Fürsprecher anzurufen. Zusammen mit dem Sozialdienst kath. Frauen (SkF) e.V. Wuppertal, dem Caritasverband Wuppertal/Solingen, der Notfallseelsorge Wuppertal und der Seelsorge für Obdachlose, Prostituierte und Drogenabhänge lädt die Katholische Citykirche Wuppertal alle, die sich in schwierigen Lebenslagen befinden, hoffnungslos sind oder am Rand der Gesellschaft stehen an jedem 28. Tag eines Monats nach St. Marien in Wuppertal-Elberfeld (Wortmannstr./Ecke Hardtstr.) von 12-14 Uhr ein, um den Hl. Judas Thaddäus um Beistand und Fürsprache zu bitten. Neben einem kurzen Gottesdienst and der Judas-Thaddhäus-Statue (12.45 Uhr) gibt es auch Gelegenheit, bei einem Mittagessen ins Gespräch zu kommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Jede und jeder ist willkommen!

Die nächste Wallfahrt findet am Sonntag, dem 28. April 2019 von 12-14 Uhr in St. Marien (Wortmannstr. 2 in Wuppertal-Elberfeld) statt. Um 12.45 Uhr Uhr wird bei der Judas-Thaddäus-Statue in der Marienkirche eine Kurzandacht gehalten.

Das Projekt wird von der Metzgerei Kaufmann unterstützt.

Katholische Citykirche vor Ort

Kath. Citykirche auf der Alten Freiheit (Foto: W. Kleine)

Am Mittwoch, dem 8. Mai 2019 ist die Katholische Citykirche vor Ort. Entsprechendes Wetter vorausgesetzt wird der Stand der Katholischen Citykirche Wuppertal voraussichtlich in der Zeit von 12-14 Uhr auf dem Alten Markt in Wuppertal-Barmen stehen.

War das Grab wirklich leer? - Über die Herausforderung der Botschaft von der Auferweckung • Glaubensinformation in Wuppertal

Im Rahmen der Glaubensinformation bietet Katholische Citykirche Wuppertal im Rahmen der Reihe „Glaubensinformationen“ einen Abend zur Frage des leeren Grabes Jesu an: "War das Grab wirklich leer? - Über die Herausforderung der Boschaft von der Auferweckung".

Ist der Glaube an die Auferstehung selbst schon vorchristlich begründet, kommt mit dem Bekenntnis zu dem vom Kreuzestod Auferstandenen eine weitere Komponente hinzu. Die Konkretion der Auferstehungserfahrung bringt eine neue Qualität mit sich, die der intellektuellen Vergewisserung bedarf. Dieser Herausforderung stellen sich die neutestamentlichen Autoren ebenso wie der Frage nach der Bedeutung der Auferweckung des Gekreuzigten, die in sich ein Paradox birgt: Wenn Jesus als Gottverlassener stirbt und doch von Gott auferweckt wird, dann liegt in dem historischen Ereignis des Kreuzestodes eine tiefere Bedeutung, von der aus das Leben und Handeln des irdischen Jesus in einem neuen Licht erscheint. Das ist der Beginn der christlichen Theologie, deren Anfänge im Neuen Testament bezeugt sind. Braucht es dazu aber zwingend ein leeres Grab?

Der Abend findet am Mittwoch, dem 8. Mai 2019 von 19.00-20.30 Uhr im Katholischen Stadthaus (Laurentiusstr. 7, Wuppertal-Elberfeld, 1. Etage) statt. Es referiert der Wuppertaler Neutestamentler Dr. Werner Kleine.

Weitere Informationen zur Reihe "Glaubensinformation"

Voraussichtlich wird die Veranstaltung per Facebook-Livestream in der Facebookseite der Katholischen Citykirche Wuppertal übertragen. Die Seite ist unter www.kck42.de/facebook öffentlich zugänglich.

Kirche im Radio

Die katholische und evangelische Kirche in Wuppertal gestaltet seit dem 2. Oktober 2011 jeweils am 1. Sonntag im Monat zwischen 8.00 und 9.00 Uhr das Sendeformat "Himmel und Erde lokal". Die nächste Sendung wird am Sonntag, dem 5. Mai 2019 über die in Wuppertal empfangbare Frequenz von Radio Wuppertal (UKW 107,4 MHz - Kabel 105,55 MHz) ausgestrahlt.

Wer die Ausstrahlung der Sendung verpasst hat, kann sich die Beiträge der Sendung wenige Tage später auf der im Soundcloud-Account der Katholischen Citykirche Wuppertal (oder hier auf der Homepage) noch einmal anhören.

Neben der "großen" Kirchensendung im lokalen Radio werden außerdem jeden Sonntag die kirchlichen Regionalnachrichten um 8.30 Uhr gesendet - wie immer mit akutellen Informationen und Nachrichten aus der evangelischen und katholischen Kirche in Wuppertal.

Homepage von "Himmel und Erde lokal"

Webcam der Katholischen Citykirche Wuppertal - Blick auf die Basilika St. Laurentius am Laurentiusplatz in Wuppertal-Elberfeld

Was glauben Sie denn? - Die neue Kolummne in der WZ

Dr. Werner Kleine
Dr. Werner Kleine

Schmetterline im Busch

Traditionen sind fragil. Wo der Buchsbaumzünsler in Raupengestalt seine Palmprozession mit einem gepflegten Festmahl beschließt, bleibt kein Blatt grün am Zweige hängen. Der Kahlfraß bedeutet für den römisch-katholischen Brauch, am Palmsonntag kleine Buchsbaumzweige hinter das Kreuz zu hängen, eine echte Herausforderung. Bedroht diese kleine ostasiatische Raupe Nimmersatt nun die abendländische Tradition? Was glauben Sie denn?

Mit dem Palmsonntag beginnt für Christen die Heilige Woche. Für römisch-katholische Christen bedeutet das immer auch ein leibhaftiges Mitvollziehen der Ereignisse. In der römisch-katholischen Tradition findet in der Liturgie nicht eine bloße Erinnerung an vergangene Ereignisse statt; diese werden vergegenwärtigt: Wenn die Kirche Palmsonntag feiert, dann ziehen die Glaubenden heute mit Jesus in Jerusalem ein; wenn von Gründonnerstag bis zur Osternacht die Ereignisse von Kreuzestod und Auferstehung Jesu Christi gefeiert werden, dann sind die Glaubenden selbst leibhaftig dabei. In besonderer Weise wird das in der Passione Vivente der italienischen Mission in Wuppertal erfahrbar, die mehr ist als ein Passionsspiel – sie ist eine Erfahrung, die gegenwärtig macht, was damals in Jerusalem geschah. Das betrifft selbst die, die am Rande stehen und zuschauen – gläubig oder ungläubig. 

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Neues Video im Kath 2:30 Videopodcast

Episode 35: cheirotoneîn

Die Weitergabe von Vollmacht durch Handauflegung und Gebet ist eine Tradition, die in die früheste Zeit der Kirche zurückreicht. So erhalten die Getauften in der Firmung durch Handauflegung die Vollmacht als Christinnen und Christen mit allen Rechten und Pflichten zu leben. Eine besondere Bevollmächtigung stellt das Sakrament der Weihe dar. In der Weihe werden nach alter urkirchlicher Lehre durch Handauflegung und Gebet die Vollmachten weitergegeben, die die Apostel selbst von Jesus Christus empfangen haben. Apostel konnte allerdings nur sein, wer Jesus Christus vom Anfang seines öffentlichen Wirkens an begleitet hatte und Zeuge der Auferstehung war. Die Nachfolger der Apostel nannte man deshalb „Episkopen“ – ein griechisches Wort, das übersetzt „Aufseher“ bedeutet und ursprünglich dem antiken Verwaltungswesen entstammt. Über verschiedene sprachliche Entwicklungsstufen wird aus dem „Episkopos“ schließlich der „Bischof“. Wer durch Handauflegung und Gebet zum Bischof geweiht wird, trägt die alle apostolische Vollmacht – vorausgesetzt, er steht in der apostolischen Sukzession, also einer ununterbrochenen auf mindestens einen der Apostel zurückgehenden Kette von Weihen durch Handauflegung und Gebet. Priester erhalten als Mitarbeiter der sie weihenden Bischöfe einen Teil der Vollmachten, Diakone einen noch kleineren Teil. So entsteht der sogenannte „dreistufige Ordo“ der Weihe aus Diakon-, Priester- und Bischofsamt.

Episode 35 des Videopodcasts Kath 2:30 zeigt den Zusammenhang zwischen Berufung und Beauftragung der Apostel und der Bischofsweihe auf, der durch die Zeiten beibehalten wurde. Berufung erweist sich dabei nicht als Wahrnehmung einer inneren Stimme, sondern als höchst konkreter Anruf in ein Amt, das den Menschen dienen soll und beileibe kein gewöhnlicher Beruf ist.

Neuer Kurs für erwachsene Firmbewerber

Am Mittwoch, dem 17. April 2019 startet um 19 Uhr im Kath. Stadthaus (Laurentiusstr. 7, Wuppertal-Elberfeld, 1. Etage) der neue Vorbereitungskurs für erwachsene Firmbewerberinnen und -bewerber. Die Firmung wird im Rahmen einer Eucharistiefeier am Samstag, dem 8. Juni 2019 im Kölner Dom gespendet. Alle weiteren Informationen finden Sie hier:

KGI Fides Wuppertal: Firmkurs 1. Halbjahr

KGI Fides Wuppertal • 12 Erwachsene bereiten sich auf die Taufe vor

Kardinal Woelki sprach in Anwesenheit von Pfr. Michael Knab und Katechet Reinhard Bornefeld den Taufbewerberinnen aus Wermelskirchen die Zulassung zur Taufe aus. (Foto: Werner Kleine)

In diesem Jahr bereiten sich 12 erwachsene Taufbewerberinnen und -bewerber in der KGI Fides-Stelle auf die Taufe vor. Pastoralreferent Dr. Werner Kleine, Leiter der KGI Fides-Stelle Wuppertal, und Katharina Nowak begleiten die Bewerberinnen und Bewerber auf dem Weg zur Taufe in verschiedenen Gruppen. Die Taufbewerberinnen und -bewerber kommen aus Wermelskirchen, Remscheid und Wuppertal. Sechs von ihnen werden in der Osternacht am 20. April 2019 in Wuppertal, zwei im Kölner Dom durch Kardinal Woelki die Initiationssakrament der Taufe, Firmung und Eucharistie empfangen. Vier Taufbewerberinnen werden die Eingliederungssakramente am Sonntag vor Pfingsten in Wermelskirchen zusammen mit ihren insgeamt zehn Kindern empfangen. Alle Taufbewerberinnen und -bewerber wurden am Samstag, dem 9. März 2019 im Rahmen der Taufzulassungsfeier in St. Aposteln in Köln durch Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki zugelassen. Wir wünschen allen Bewerberinnen und Bewerbern auf dem Weg zur Aufnahme in die Kirche Gottes Segen.

Nachgesehen: Dei Verbum direkt - Im Kreuz ist Heil!

Die Dramaturgie der Johanenspassion

Der Glaube an die Auferstehung Jesu vom Kreuzestod ist die Basis des christlichen Glaubens schlechthin. Dabei bilden Kreuzestod und Auferstehung ein doppeltes Paradox. Zum einen steht der Auferstehungsglaube an sich in einem scheinbaren Widerspruch zur allgemein menschlichen Erfahrung. Für ihn stehen aber zahlreiche, teilweise namentlich bekannte zeitgenössische Zeuginnen und Zeugen ein, die sogar bereit sind, mit ihrem Leben für diese Botschaft einzustehen. Gibt es aber eine Auferstehung vom Kreuzestod, entsteht ein zweites Paradox, insofern der Kreuzestod nach damaliger Auffassung als Ausweis der Gottverlassenheit gilt, die Auferstehung jedoch nur gottgewirkt sein kann: Der Gottverlassene wird von Gott gerettet! Das ist die Basis des christlichen Glaubens und der Ursprung des christlich theologischen Ringens, dessen erste Spuren im Neuen Testament zu erkennen sind. Vor allem die Passionserzählung des Johannesevangeliums bildet hier einen wichtigen Höhepunkt, indem sie zum einen in ihrer Erzählweise nicht nur Glauben und Unglauben an den vom Kreuzestod Auferstandenen dokumentiert und so ein immer tieferes Eindringen in die Wahrheitsfrage thematisiert; Jesus erscheint sogar als Souverän, der in göttlichem Auftrag das Verfahren bestimmt. Die Johannespassion, die in der römisch-katholischen Tradition jeden Karfreitag in der Liturgie verkündet wird, ist somit ein wichtiges Dokument des Ringens um das theologische Verstehen des Paradoxons der Auferstehung vom Kreuzestod.

Am Dienstag, dem 16.4.2019 diskutierten Dr. Till Magnus Steiner und Dr. Werner Kleine im Berliner Plätzchen in Wuppertal-Oberbarmen über die Dramturgie der Johannespassion. Wir präsentieren hier den Mitschnitt der Diskussion.

Kunst an St. Laurentius - Himmelsknoten (Annette Marks)

Die Wuppertaler Künstlerin Annette Marks hat im Auftrag der Katholischen Citykirche Wuppertal eine großformatige Plane erstellt, die zur Zeit an der Laurentiusbasilika in Wuppertal-Elberfeld gezeigt wird. Das Bild wurde anlässlich des Osterfestes erstellt. Ostern ist der Höhepunkt des Kirchenjahres – ein drei Tage währendes Fest (Triduum Paschale), mit dem die Kirche jährlich den inneren Grund des christlichen Glaubens feiert: Kreuzestod und Auferstehung Jesu Christi.

In ihrem Bild setzt sich Annette Marks mit dem Paradox, das der Auferstehung des Gekreuzigten zu eigen ist, auseinander. In sich bedeutet der Glaube an die Auferstehung des am Kreuz Gestorbenen schon eine Herausforderung, mit der sich auch die biblischen Autoren auseinandersetzen. Paulus etwa fragt im 1. Korintherbrief nicht ohne Grund:

„Ich erinnere euch, Brüder und Schwestern, an das Evangelium, das ich euch verkündet habe. Ihr habt es angenommen; es ist der Grund, auf dem ihr steht. Durch dieses Evangelium werdet ihr gerettet werden, wenn ihr festhaltet an dem Wort, das ich euch verkündet habe, es sei denn, ihr hättet den Glauben unüberlegt angenommen.“ (1 Korinther 15,1f)

Weil man die Auferstehung eben nicht einfach nur glauben kann, sondern mit Überlegung erkennt, benennt Paulus wenige Verse später über 513 Zeugen.

Kann die Auferstehung des Gekreuzigten so wenigstens plausibel erscheinen, ergibt sich ein neues Paradox, bedeutet der Kreuzestod nach damaligen Maßstäben doch, gottverlassen zu sein. Es heißt ja im Buch Deuteronomium ohne Wenn und Aber:

„Ein Gehenkter ist ein von Gott Verfluchter.“ (Dtn 21,23)

Die Auferstehung freilich ist ein Akt neuer Schöpfung, die allein Gott zukommt. Was für ein Paradox: Der Gottverlassene wird von Gott gerettet. Diesen gedanklichen Knoten aufzulösen ist das Ziel der neutestamentlichen Autoren. Sie erkennen: Die Lösung des garstigen Osterknotens führt zu der Erkenntnis, dass Gott einen ganz anderen Knoten gelöst hat: Es ist der Himmelsknoten, der die Herrlichkeit Gottes vor den Menschen verbirgt, so wie Gott es Mose sagt, als der die Herrlichkeit Gottes schauen möchte:

„Du kannst mein Angesicht nicht schauen; denn kein Mensch kann mich schauen und am Leben bleiben.“ (Ex 33,20)

Deshalb wurde im Jerusalemer Tempel das Allerheiligste mit einem Vorhang verdeckt, um die Herrlichkeit Gottes zu verbergen. Eben jener Vorhang zerreißt im Moment des Todes Jesu (vgl. Mk 15,38parr): Der Knoten zerreißt, die Herrlichkeit Gottes offenbart sich in diesem Moment, jenem Kairos, in dem alles für die Schöpfung anders wird. Das Kreuz wird zum Dreh- und Angelpunkt von Raum und Zeit. Es wird offenbar: Allen Menschen blüht nun das Leben im Moment des Todes. Die Zukunft ist nicht mehr leer – auch nach dem Tod nicht.

Annette Marks setzt das eigentlich Unsagbare, wenn das Göttliche und das Menschliche, das Ewige und das Zeitliche, das Unsterbliche und das Vergängliche sich begegnen, wunderbar und kunstvoll in Szene. Der Auferstandene durchbricht den Himmelsknoten, ohne den Knoten ganz zu lösen. Der Zweifel mag bleiben; das „Schon und noch nicht“ ist Teil der zeitlichen Existenz des Menschen. Ganz offenbar ist die Herrlichkeit Gottes noch nicht – und doch hält der Knoten letztlich alles zusammen. Das Dunkel des Todes – erfahrbar in den Kreuzen am rechten oberen Rand – ist bleibend gegenwärtig, wird aber schon von den Farben von Himmel und Licht angegangen. Es sind die Farben des Auferstandenen, die von oben, vom Himmel kommend überall da leuchten, wo die Gegenwart des Auferstandenen wirkt: In der Gemeinschaft derer, die in seinem Namen versammelt sind, im neuwerdenden Leben, ja selbst im Grab, das auch durch Wächter nicht verschlossen werden kann.

Der Knoten bleibt und er hält zusammen. Er begegnet den Menschen in den Broten des Lebens, die der Auferstandene den Betrachtern entgegenbringt, ebenso wie im Haar der Frau, die als erste den Vorhang für das Kommen Jesu hebt. Auch Maria ist eine Knotenlöserin. Was sie als Erste getan hat, sollen nun die Jüngerinnen und Jünger Jesu tun: Die Knoten in Hirnen und Herzen zu lösen, damit das Licht des vom Kreuzestod Auferstandenen die Welt durchflutet.

Dr. Werner Kleine

Dei Verbum - jetzt auch als Podcast bei iTunes

Die Audiodateien des biblischen Weblogs der Katholischen Citykirche Wuppertal "Dei Verbum" gibt es jetzt auch als Podcast bei iTunes. Jeden Dienstag veröffentlichen der Alttestamentler Dr. Till Magnus Steiner und der Neutestamentler Dr. Werner Kleine unter www.dei-verbum.de aktuelle Beitrag, die zeigen, dass die Bibel auch heute noch relevant ist. Die Beiträge gibt es eben jetzt auch als Audio zum Anhören bei iTunes und können dort abonniert werden:

Zum iTunes-Podcast "Dei Verbum"

Behindertengerechte Einrichtungen in den katholischen Kirchen in Wuppertal

Vielfach wurden wir nach einer Übersicht über behindertengerechte Einrichtungen in den katholischen Kirchen Wuppertals gefragt. Wir freuen uns, eine solche Übersicht veröffentlichen zu können. Die Übersicht enthält Angaben über Induktionsschleifen für Schwerhörige oder Hörgeschädigte sowie die Möglichkeit barrierefreier Zugänge und deren Erreichbarkeit. Die Übersicht kann als pdf-Datei heruntergeladen werden und wird regelmäßig aktualisiert.

 Übersicht über die behindertengerechten Einrichtungen katholischer Kirchen in Wuppertal

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logisch! Zeitung der Katholischen Citykirche Wuppertal