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Katholische Citykirche Wuppertal

Das Wort zur Woche (5. Februar 2017 - 5. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A)

Dr. Werner Kleine
Katharina Nowak

Alltagssalz

Liebe Leserinnen und Leser,

die Texte dieses Sonntags geben uns - gelesen mit der Brille der Texte des Festes Darstellung des Herrn, das die Kirche am vergangenen Donnerstag gefeiert hat -, eine Handlungsanweisung für unseren Alltag als Christen, auch schon im Hinblick auf die bald wieder beginnende Fastenzeit.

Zunächst zu der Erzählung, wie Jesus den Vorschriften folgend von seinen Eltern am Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung in den Tempel gebracht wurde, um ihn Gott zu weihen. Zunächst begegnet Jesus im Tempel dem Greisen Simeon, der schon sehr alt war und als gerechter und frommer Mann nur noch auf die Erfüllung der Verheißung wartete, die ihm gegeben worden war, denn der Heilige Geist hatte ihm geoffenbart:

„er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe.“ (Lk 2,25)

Vom Geist in den Tempel geführt, scheint er keine Sekunde zu zweifeln, dass das Kind, das von seinen Eltern in den Tempel getragen wurde, jenes ist, auf das er gewartet hat: der Messias. Und sofort beginnt er mit seinem Lobpreis, den die Kirche noch heute als festen Bestandteil der Komplet kennt:

„Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.“ (Lk 2,29ff.)

Das, was an dieser Stelle doch verwundert, ist die Tatsache, dass offensichtlich Maria und Josef darüber staunen, was Simeon über Jesus, über ihren Sohn und seine Bedeutung für das ganze Volk Israel sagt. Simeon verbindet seinen Lobpreis auch mit einer sehr bedrückenden Mitteilung an Maria, denn Jesus bringt zwar der Welt die Erlösung und er wird viele zu Fall bringen und viele aufrichten, aber

„dir selbst (aber) wird ein Schwert durch die Seele dringen“ (Lk 2,35).

Für uns ist dies natürlich eine Voraussage dessen, was Maria erleiden wird, wenn sie ihrem Sohn auf seinem Leidensweg beistehen muss.

Und Simeon bleibt nicht der einzige, der Jesus erkennt. Auch die verwitwete Prophetin Hanna preist Gott, als sie Jesus erblickt, und spricht über ihn als den, der Jerusalem erlösen wird.

Diese Begebenheit im Tempel erfüllt ein alttestamentliches Sprichwort aus dem Buch Maleachi, in dem es heißt:

„Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht und der Bote des Bundes, den ihr herbeiwünscht.“ (Mal 3,1)

Und dann beginnt die Stelle, die den Zusammenhang zu den Texten dieses Sonntags darstellt:

„Wer kann bestehen, wenn er erscheint? Denn er ist wie das Feuer im Schmelzofen und wie die Lauge im Waschtrog. Er setzt sich, um das Silber zu schmelzen und zu reinigen (…) Dann werden sie dem Herrn die richtigen Opfer darbringen.“ (Mal 3, 2f.)

Wie diese „richtigen Opfer“ aussehen können, davon berichten die heutigen Texte. So fordert das Evangelium, etwas abstrakter als das Buch Jesaja, dass wir das Salz der Erde und das Licht der Welt sein sollen. Dass es wichtig ist, in seiner Verkündigung nichts vom Kern, vom Geschmack des Salzes zu verlieren, da Salz ohne Geschmack nichts taugt. Und dass es uns als Licht der Welt aufgetragen ist, dieses Licht, das Gott uns in Jesus geschenkt hat, nicht unter einem Gefäß zu verstecken, sondern auf einen Leuchter zu stellen, damit jeder es sehen kann. Das Licht soll vor den Menschen leuchten

„damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ (Mt 5, 16)

Was damit konkret gemeint sein kann, dafür gibt die Lesung aus dem Buch des Jesaja Hinweise. 

„Teile an die Hungrigen dein Brot aus, nimm die obdachlosen Armen ins Haus auf, wenn du einen Nackten siehst, bekleide ihn und entziehe dich nicht deinen Verwandten.“ (Jes 58, 7)

Es geht nicht um ein gesenktes Haupt beim Fasten (und vielleicht ließe sich ergänzen, auch nicht im sonstigen alltäglichen Leben), so heißt es einige Verse zuvor, und auch nicht um ein in Sack und Asche gehen, sondern um ´gute Werke´. Daran werden wir gemessen, an unserem authentischen Christsein. Das ist das, was zählt, hier auf der Erde und wie es eben bereits zitiert erkennbar wurde, auch im Angesicht Gottes. Unser Leben wird in der Lauge des Waschtroges gewaschen und gereinigt werden, es wird dem Feuer im Schmelzofen ausgesetzt sein und geläutert werden wie Silber und Gold. Vielleicht können diese Texte uns ein Ansporn für die kommende Woche sein. Die Augen offen zu haben, für Situationen in unserer Umgebung, in der wir hilfreich sein können, für Mitmenschen, die unserer Unterstützung ideell oder vielleicht auch materiell wirklich bedürfen. 

Auch die Entscheidung der Deutschen Bischofskonferenz, sich der barmherzigen Auslegung des Papstes im Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen anzuschließen, ist eine, die dem Anspruch der heutigen Sonntagstexte nachkommt. Denn eine Vielzahl von Menschen haben lange auf diese Form der Differenzierung gewartet, die den Durst nach Gerechtigkeit stillen kann. Selbstverständlich umfasst das  Dokument der deutschen Bischöfe , das in der vergangenen Woche erschienen ist, weitere überlegenswerte Anregungen für den gesamten Bereich der Ehe- und Familienpastoral, denn genau hier liegt ein großes Potential. Jeder Mensch ist davon betroffen, denn nahezu jeder lebt in mehr oder weniger engen familiären Strukturen mit all ihren Facetten, mit – wie es ja schon im Eheversprechen heißt, was aber vielleicht auch ein stillschweigendes Versprechen ist, das Eltern ihren Kindern geben: sowohl guten wie auch bisweilen schlechten Zeiten! Diese Zeiten umfassend zu begleiten ist eine wichtige Aufgabe der Kirche, die, so ist es dem Dokument zu entnehmen, noch einmal neu und intensiv in den Blick genommen werden soll.

Ich wünsche uns allen eine gute Woche, in der die Verheißung des Propheten Jesaja wieder ein Stück realer wird: und deine Finsternis wird hell wie der Mittag. Machen wir unsere Finsternis hell und lassen wir Gottes Licht in ihr scheinen.

Ihre Katharina Nowak

Alle "Wochenworte" finden Sie in unserem Weblog "Kath 2:30":
"Wort zur Woche" auf Kath 2:30

Sternsingerergebnis

Auch in diesem Jahr waren die Sternsinger in Wuppertal wieder unterwegs. Anfang des Jahres brachten Sie den Segen in die Häuser, sammelten aber auch für bedürftige Kinder in anderen Regionen der einen Welt. Jetzt meldete die Katholische Jugendagentur Wuppertal das Spendenergebnis: Die Sternsinger sammelten insgesamt 162.629,02 EUR. Segen bringen und Segen sein - auch dieser Betrag trägt zur Gerechtigkeit in der einen Welt bei.

Evangelische CityKirche - Prof. Butterwege spricht über Armut im reichen Land


Prof. Christoph Butterwegge

Unsere Kollegen von der evangelischen CityKirche Elberfeld machen auf eine Veranstaltung aufmerksam, bei der Prof. Christoph Butterwegge über Armut in einem reichen Land spricht.
Christoph Butterwegge zeigt auf, dass in der wohlhabenden Bundesrepublik zunehmende Armut nicht konsequent bekämpft, sondern immer noch geleugnet, verharmlost und „ideologisch entsorgt" wird. Er entwickelt eine Perspektive, was getan werden müsste, damit sich die Kluft zwischen Arm und Reich wieder schließt. Der Ausblick auf mögliche und umsetzbare Gegenstrategien zu der jetzigen Wirtschafts- und Sozialpolitik macht Mut und Hoffnung darauf, dass sich wirklich etwas ändern kann. In einer Stadt wie Wuppertal, in der 16.000 Kinder als arm gelten, das betrifft jedes 3. Kind, spricht Prof. Butterwegge Themen an, die uns alle aufrütteln müssen und die uns alle angehen. Christoph Butterwegge ist Politikwissenschaftler, Armutsforscher und am 12. Februar 2017 Bundespräsidentschaftskandidat der Linken.

Katholische Citykirche vor Ort


Kath. Citykirche auf der Alten Freiheit (Foto: W. Kleine)

Am Mittwoch, dem 8. Februar 2017 ist die Katholische Citykirche vor Ort. Entsprechendes Wetter vorausgesetzt wird der Stand der Katholischen Citykirche Wuppertal voraussichtlich in der Zeit von 12.00-14.00 Uhr auf dem Von-der-Heydt-Platz in Wuppertal-Elberfeld stehen.

Wenn Gott kämpft – ein Blick in das Alte Testament • Glaubensinformation in Wuppertal


Im Rahmen der Reihe „Glaubensinformation“ lädt die Katholische Citykirche Wuppertal zu einem Abend mit dem Thema „Wenn Gott kämpft – ein Blick in das Alte Testament“ ein.

Nicht selten wird mit Blick auf die Bibel ein Vorurteil geäußert, nach dem der Gott des Alten Testamentes ein kriegerischer Gott sei, während der des Neuen Testamentes ein Gott der Liebe sei. Dabei wird übersehen, dass das Neue Testament keinen neuen oder anderen Gott als den des Alten Testamentes verkündet. Der Gott und Vater Jesu Christi ist auch der Gott und Vater Abrahams, Isaaks und Jakobs. Gleichwohl erscheint Gott in manchen Schriften des Alten Testamentes durchaus als Streiter, der auch im Kampf auf der Seite seines Volkes Israel steht. Das Thema der Gewalt steht auf der Tagesordnung.

Der Abend setzt sich mit dem Thema der Gewalt in der Bibel auseinander, untersucht dabei die Rolle Gottes anhand ausgewählter Schriften und wirft auch einen Blick in das Neue Testament, der zeigt, dass die neutestamentlichen Schriften mehr als ein bloßes Korrektiv sind. Das Thema der Gewalt ist nicht nur dort ebenfalls präsent; Gott streitet jetzt nur nicht mehr exklusiv für ein Volk. An die Stelle der Verteidigung eines Volkes tritt der Kampf für eine umfassende Gerechtigkeit.

 

Der Abend findet am Mittwoch, 8. Februar 2017 von 19.00-20.30 Uhr im Katholischen Stadthaus (Laurentiusstr. 7 – am Laurentiusplatz in Wuppertal-Elberfeld – 1. Etage) statt. Es referiert der Wuppertaler Neutestamentler Pastoralreferent Dr. Werner Kleine.

Weitere Informationen zur Reihe "Glaubensinformation"

Mystagogische Kirchenführungen in Wuppertal


Mystagogische Kirchenführung in Wuppertal (Foto: Christoph Schönbach)

Die nächste Kirchenführung der besonderen Art (mystagogische Kirchenführung) findet am Donnerstag, dem 9. Februar 2017 um 19.00 Uhr in St. Laurentius (am Laurentiusplatz in Wuppertal-Elberfeld) statt.

Im Unterschied zu herkömmlichen Kirchenführungen, die eher kunst- oder architekturgeschichtlich orientiert sind, möchte die mystagogische Kirchenführung den Kirchenraum als Kultraum erschließen. Kirchen sind nicht bloß Versammlungsstätten, sie sind auch Stein gewordene Glaubenszeugnisse ihrer Zeit. Das Entdecken dieser spirituellen und mystischen Dimension des Raumes und seiner „kultischen Funktion“ steht im Mittelpunkt der mystagogischen Kirchenführung. Dabei werden vor allem zentrale Orte der katholischen Liturgie (Eingang, Taufbecken, Ambo, Altar, Tabernakel) aufgesucht und und in ihrer rituellen Bedeutung erschlossen. Die mystagogische Kirchenführung wird dabei selbst gewissermaßen zu einer Liturgie. Zur mystagogischen Kirchenführung gehören daher auch kleine, von den Teilnehmern selbst vollzogene Riten wie etwa eine Weihrauchspende oder das Schmecken von Manna.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Kirchenführung dauert etwa 60 Minuten.

Weitere Informationen unter www.mystagogische-kirchenfuehrung.de.

Ohne Liebe ist alles nichts – Live-Diskussion zur Bibel (Dei Verbum direkt)


Seit März 2015 betreibt die Katholische Citykirche Wuppertal den biblischen Weblog "Dei Verbum" (www.dei-verbum.de). In wöchentlichen Beiträgen zeigen der in Jerusalem lebende Alttestamentler Dr. Till Magnus Steiner und der Wuppertaler Neutestamentler Dr. Werner Kleine, dass die Bibel auch für heutige Fragen in Kirche und Gesellschaft relevant ist.

Begleitend zum Weblog gibt es regelmäßig Live-Diskussionen (Dei Verbum direkt). Das nächste offene Gespräch findet am Dienstag, dem 14. Februar 2017, dem Valentinstag, um 19.00 Uhr im Katholische Stadthaus (Laurentiusstr. 7, 42103 Wuppertal-Elberfeld, Erdgeschoss) statt. Dr. Werner Kleine wird dann mit Dr. Till Magnus Steiner anhand verschiedener biblischer Texte aus dem Alten und Neuen Testament die Frage nach dem Wesen von Liebe und Ehe stellen. Die biblischen Erzählungen berichten in unterschiedlicher Weise von der Liebe der Menschen. Sie gehört zum Menschen, sie ist ihm eingegeben. Das auch erotische Sehnen nach der Partnerin und dem Partner treibt im Hohen Lied des Alten Testamentes poetische Blüten während schon die Vätergeschichten der Genesis davon zu berichten wissen, dass der Mensch bereit ist, für die Erfüllung seiner Liebe einen hohen Preis zu bezahlen. Die Liebe ist auch im Neuen Testament ein wichtiges Thema. Sie ist die existentielle Mitte des Menschen. Die Ehe hingegen lässt der nüchterne Blick auf die erwartete Wiederkunft Jesu Christi aber wie eine unspektakuläre Notwendigkeit erscheinen. Der Abend lässt also spannende Diskussionen und Erkenntnisse erwarten.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind zur aktiven Teilnahme an der Diskussion eingeladen.

Voraussichtlich wird die Diskussion per Facebook-Livestream in Echtzeit ins Internet übertragen.

ex oriente lux - eine Fotoausstellung im Berliner Plätzchen (Wuppertal-Oberbarmen)


Vom 5.-26. Februar 2017 findet im Berliner Plätzchen (Berliner Str. 173) die Fotoausstellung "ex oriente lux" statt. Gezeigt werden vor allem Bilder, die im Rahmen eines Wettbewerbes eingesendet worden sind. Die Vernissage zur Fotoausstellung ist am 5. Februar 2017 um 16 Uhr bei Wein und Wasser und Gespräch.

Das Berliner Plätzchen ist eine citypastorale Einrichtung der katholischen Pfarrgemeinde St. Johann Baptist, die von der Katholischen Citykirche Wuppertal unterstützt wird.

Fr, 13. Dezember 2019 - Do, 26. Dezember 2019

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Licht sein

Jesus Christus, der lebendige Mensch
ist für dich
die Herrlichkeit deiner Gegenwart
und ein Licht unter den Völkern,
weil durch ihn dein Leben
über die vier Himmelsrichtungen
die ganze Erde erreicht.
Wir sind da, jeder in seiner Art,
um dieses Licht zu sein,
das die Herzen der Menschen erwärmt
und die Freude Gottes weitergibt.

(Frère Roger)

 

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