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Katholische Citykirche Wuppertal

Das Wort zur Woche (26. Februar 2017 - 8. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A)

Dr. Werner Kleine
Dr. Werner Kleine, PR

Mühelosigkeit ist keine Verheißung

Liebe Leserinnen und Leser,

Tief im Menschen ruht eine abgründige Sehnsucht nach dem paradiesischen Zustand der Verantwortungslosigkeit. Es ist jener Zustand des Kindseins, in dem man – ohne es verdient zu haben – sich an der Brust der Mutter bergend satt saugen konnte und die Väter stark und schützend alle Problem aus der Welt räumten. So sieht jedenfalls das ideal-, wenn nicht gar archetypische Urbild des Paradieses einer Kindheit jenseits aller gegenderter Rollenkonfusionen und –neufindungen der Gegenwart aus. Die Kindheit ist ein Paradies – und wehe dem, der den Kindern dieses Paradies zum Fluch werden lässt!

Das Kind hat ein Recht auf dieses Paradies, das es eines Tages verlassen muss. Dem paradiesischen Zustand des Kindseins ist nämlich die Bestimmung zu Unmündigkeit beigesellt. Das Kind ist für nichts verantwortlich und kann für nichts verantwortlich gemacht werden. Erst mit der zunehmenden Individuation wird es sich seiner selbst bewusst und lernt, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Aber erst in dem Moment, in dem es nicht – wie es Jugendliche so oft sind – bloß zu allem fähig, aber für nichts verantwortlich ist, sondern selbst Verantwortung für sich und sein Handeln übernimmt, verliert es die Unschuld der Unmündigkeit. Erwachsen geworden hat der Mensch damit aber auch sein Paradies verlassen und ist in eine Welt gegangen, die er nun mit seinen gottgegebenen Gaben Verstand und Vernunft und Tatkraft gestalten kann. Er muss nun für sich selbst sorgen – im Schweiße seines Angesichtes und in der Mühsal der Körperlichkeit. Ausgerüstet zum Leben ist da niemand mehr, der ihm unverdientermaßen Nahrung gibt. Er muss sie sich erarbeiten. Zugerüstet zum selbstständigen Sein ist da niemand mehr, der einem die Entscheidungen abnimmt. Er muss nun selbst zwischen Gut und Böse wählen und seine Wege finden. Die Suppen, die er sich einbrockt, muss er nun ebenso selbst auslöffeln, wie er sich den Problemen, die das Leben im Großen wie im Kleinen bereithält, stellen muss. 

Es ist kein Wunder, dass sich die tief eingegrabene Erinnerung an das Paradies der Kindheit immer dann meldet, wenn des Lebens Wege holprig und steinig werden. Wo früher die guten Eltern Göttern gleich in jeder Situation Heil verhießen, ersehnt der der Kindheit Entwachsene das Heil nun von höchster Instanz, so wie das Volk Israel angesichts der Umstände fern der Heimat im babylonischen Exil in der ersten Lesung vom 8. Sonntag im Jahreskreis des Lesejahres A klagt:

Zion sagt: Der Herr hat mich verlassen, Gott hat mich vergessen. (Jesaja 49,14)

Da nützt es auch nichts, dass der Prophet unmittelbar vorher die wunderbare Heimkehr verheißt:

Auf allen Bergen werden sie weiden, auf allen kahlen Hügeln finden sie Nahrung. Sie leiden weder Hunger noch Durst, Hitze und Sonnenglut schaden ihnen nicht. Denn er leitet sie voll Erbarmen und führt sie zu sprudelnden Quellen. Alle Berge mache ich zu Wegen und meine Straßen werden gebahnt sein. Seht her: Sie kommen von fern, die einen von Norden und Westen, andere aus dem Land der Siniter. Jubelt, ihr Himmel, jauchze, o Erde, freut euch, ihr Berge! Denn der Herr hat sein Volk getröstet und sich seiner Armen erbarmt. (Jesaja 49,9d-13)

Die schönste Verheißung hilft nichts, wenn der Mut zur Umsetzung fehlt. Der Prophet scheint das zu ahnen, als er sich daran macht das Heil Israels allen Völkern zu verkünden:

Hört auf mich, ihr Inseln, merkt auf, ihr Völker in der Ferne! Der Herr hat mich schon im Mutterleib berufen; als ich noch im Schoß meiner Mutter war, hat er meinen Namen genannt. Er machte meinen Mund zu einem scharfen Schwert, er verbarg mich im Schatten seiner Hand. Er machte mich zum spitzen Pfeil und steckte mich in seinen Köcher. Er sagte zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, an dem ich meine Herrlichkeit zeigen will. Ich aber sagte: Vergeblich habe ich mich bemüht, habe meine Kraft umsonst und nutzlos vertan. (Jesaja 49,1-4)

Er weiß, dass er als Prophet den Willen Gottes ausführen muss. Sein Reden und Handeln als Prophet ist unbequem. Es ist deshalb unbequem, weil er das Volk zu eigenem Tun und Handeln treiben muss – im Auftrag Gottes. Gott handelt eben nicht einfach so für das Volk. Gott handelt immer nur mit seinem Volk. Es ist die Mündigkeit des Menschen und des Volkes, die Gott will und achtet. Deshalb kann er nicht einfach die großen und kleinen Probleme der Seinen lösen; es würde die Menschen entmündigen.

Der Prophet aber scheint zu ahnen, dass all sein Reden und Handeln vergeblich sein wird. Das Volk ist zu kindlich, zu unreif, zu träge um frei zu sein. Man redet zwar von Freiheit, will sie aber nicht erringen. Man sehnt sich nach ihr, erschrickt aber angesichts der Folgen, die die Freiheit hat. Wer frei und mündig ist, muss auch Verantwortung übernehmen. Niemand ist da, auf den man Schuld und Verantwortung abwälzen könnte.

Deshalb erinnert der Prophet das Volk und die Völker an den Plan Gottes:

Mein Recht liegt beim Herrn und mein Lohn bei meinem Gott. Jetzt aber hat der Herr gesprochen, der mich schon im Mutterleib zu seinem Knecht gemacht hat, damit ich Jakob zu ihm heimführe und Israel bei ihm versammle. So wurde ich in den Augen des Herrn geehrt und mein Gott war meine Stärke. Und er sagte: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten und die Verschonten Israels heimzuführen. Ich mache dich zum Licht für die Völker; damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht. (Jesaja 49,4-6)

Geheilt zu werden bedeutet immer auch beauftragt zu sein. Die Rettung Israels geht mit dem Auftrag einher, Licht für die Völker zu sein. Das ist die Verantwortung des Volkes Gottes, der es sich nicht entziehen kann. Heil hat man nicht für sich. Heil muss errungen werden, damit der Name Gottes in der Welt aufleuchtet. Und so werden die dunklen Erfahrungen des Lebens zu Lernorten, an denen das Volk Gottes sich seiner selbst bewusst werden soll. Das geht aber nur, indem Gott nicht für, sondern mit seinem Volk handelt, es gewissermaßen anleitet, den Weg in ein selbstverantwortetes Leben selbst zu gehen:

So spricht der Herr, der Befreier Israels, sein Heiliger, zu dem tief verachteten Mann, dem Abscheu der Leute, dem Knecht der Tyrannen: Könige werden es sehen und sich erheben, Fürsten werfen sich nieder, um des Herrn willen, der treu ist, um des Heiligen Israels willen, der dich erwählt hat. So spricht der Herr: Zur Zeit der Gnade will ich dich erhören, am Tag der Rettung dir helfen. Ich habe dich geschaffen und dazu bestimmt, der Bund zu sein für das Volk, aufzuhelfen dem Land und das verödete Erbe neu zu verteilen, den Gefangenen zu sagen: Kommt heraus!, und denen, die in der Finsternis sind: Kommt ans Licht! (Jesaja 49,7-9)

Gott schafft die Basis für die Befreiung. Er hilft. Er tritt für sein Volk ein. Den Weg in die Freiheit aber muss es selbst gehen. Aber schon der kleinste Windhauch, der denen um die Nase weht, die sie in die Freiheit recken, schein sie zu erschrecken. Gelähmt durch die Angst vor der eigenen Courage erscheinen dann nicht nur die Fleischtöpfe Ägyptens als goldvergittertes Paradies; auch kindliche Schrei nach Hilfe entringt sich den sich selbst entmündigenden Kehlen:

Der Herr hat mich verlassen, Gott hat mich vergessen. (Jesaja 49,14)

Nein, Gott hat niemanden vergessen. Er sorgt sich um die Seinen wie eine Mutter sich um ihre Kinder sorgt:

Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, eine Mutter ihren leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergessen würde: ich vergesse dich nicht. (Jesaja 49,15)

Mehr noch: Er hat den Namen der Seinen unvergesslich in seine Hände eingeschrieben (vgl. Jesaja 49,16)

Aber all das entbindet das Volk nicht, selbst den Weg in das neue Leben zu gehen. Gott ruft den Menschen ins Leben, er ist Ursprung und Ziel des Lebensweges, er gibt ihm mit seiner Weisung Orientierung, er rüstet ihn mit Verstand, Vernunft und Tatkraft aus – gehen muss der Mensch seinen Lebensweg nun selbst.

Es nutzt daher nichts, sich nur hinzusetzen, zu wehklagen und auf Hilfe von oben zu warten. Gott hat die Hilfe schon gewährt. Er gewährt sie täglich, wie es im Evangelium vom 8. Sonntag im Jahreskreis des Lesejahres A heißt:

Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage. (Matthäus 6,34)

Damit ist sicher nicht gemeint, dass der Mensch die Hände in den Schoß legen solle. Auch die Vögel am Himmel säen zwar nicht und ernten nicht, sie müssen trotzdem ihr Futter selbst suchen. Und auch die Lilien auf dem Feld müssen sich selbst zur Sonne recken, um ihre ganz Pracht zu entfalten. Gott hat sie mit allem Notwendigen ausgerüstet – mit scharfem Auge, mit flugtauglichen Schwingen, mit aerodynamischen Körpern, mit Kapillaren, die Lebenssaft in die Pflanze transportieren, mit einem Gravitationssinn, der es selbst bewusstlosen Pflanzen ermöglicht, oben und unten zu unterscheiden, mit der Fähigkeit zur Photosynthese – einfach mit allem, was zum Leben notwendig ist. Den Rest müssen selbst die Vögel des Himmels und die Lilien des Feldes selbst erledigen. Auch ihnen steigen die Körner nicht in die fliegenden Schnäbel und Farben leuchten nicht in der Dunkelheit.

So ist es auch mit dem Menschen. Er muss das Seine tun. Er kann es tun in dem Bewusstsein, dass er von Gott dafür zugerüstet wurde. Deshalb soll, kann und muss er das vor Augen Liegende tun. Das ist der tiefere Sinn der Mahnung Jesu. Wer sich hingegen um das kümmert, was des morgigen Tages ist, tut nicht das Naheliegende. Die Situation rinnt ihm durch die Finger, der Kairos zerfließt, der Moment des Augenblicks, in dem es um alles hätte gehen können, ist dann vorbei, die Chance verpasst. Das ist die Gefahr der Menschen, dass sie nicht das tun, was hier und jetzt notwendig ist, und dadurch in Situationen geraten, die sich ihrer Kontrolle entziehen. Da hilft auch kein Weinen und Klagen mehr: Für dieses Schicksal ist er selbst verantwortlich.

Das ist der Grund für die Überlegung des Paulus in der zweiten Lesung vom 8. Sonntag im Jahreskreis des Lesejahres A, in der er sein Handeln selbstkritisch reflektiert:

Mir macht es allerdings nichts aus, wenn ihr oder ein menschliches Gericht mich zur Verantwortung zieht; ich urteile auch nicht über mich selbst. Ich bin mir zwar keiner Schuld bewusst, doch bin ich dadurch noch nicht gerecht gesprochen; der Herr ist es, der mich zur Rechenschaft zieht. (1 Korinther 4,3f)

Es reicht nicht, sich selbst keiner Schuld bewusst zu sein. Es reicht auch nicht, darauf verweisen zu können, doch nichts getan zu haben – genau das könnte nämlich das Problem sein. Schlimmer als einen Fehler zu begehen, ist es, aus Angst vor einem Fehler nichts zu tun. Deshalb heißt es bei Paulus:

Richtet also nicht vor der Zeit; wartet, bis der Herr kommt, der das im Dunkeln Verborgene ans Licht bringen und die Absichten der Herzen aufdecken wird. Dann wird jeder sein Lob von Gott erhalten. (1 Korinther 4,5)

Jeder wird Lob erhalten! Von Strafe ist keine Rede. Die Absicht der Herzens ist das Wesentliche! Gott scheint fehlerfreundlich zu sein. Man sollte deshalb die Fehler nutzen, um aus ihnen zu lernen! So wie jene steinernen Drusen ihr glitzernd-betörendes Inneres erst offenbaren, wenn die graue Schale aufgebrochen wird und das dunkel Verborgenen ans Licht gebracht wird. Auch das geschieht nicht ohne Mühe. Es ist die Illusion der Mühelosigkeit, die der Erwachsene zerbrechen muss, um den Schatz des Lebens heben zu können.

Das größte Geschenk ist das des Lebens. Ob Du nun gottgläubig ist oder nicht, liebe Leserin und lieber Hörer: es ist Dein Leben für das Du verantwortlich bist. Es ist wertvoll wie ein Rohdiamant. Es ist an Dir, diesem Diamant Gestalt und Glanz zu geben. Ob Du glaubst, oder nicht: Mit Gottes Hilfe wird Dir das gelingen, jenem Gott, der nicht für, immer aber mit den Menschen handelt.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Woche,
Ihr Dr. Werner Kleine, PR
Katholische Citykirche Wuppertal

Alle "Wochenworte" finden Sie in unserem Weblog "Kath 2:30":
"Wort zur Woche" auf Kath 2:30

Hat Jesus Gemeinde gewollt?


Von der Notwendigkeit, in der Verkündigung mehr Theologie zu wagen

Die Gemeinde steht im Zentrum zahlreicher pastoralstrategischer Überlegungen. Sie erscheint nahezu als Idealbild des Kircheseins, das sich auf den mutmaßlichen Willen Jesu selbst zurückführt. Eine nähere Betrachtung der neutestamentlichen Schriften lässt aber erkennen, dass Gemeinde bestenfalls eine Methode, nicht aber das Ziel der Verkündigung ist.

Zum Beitrag von Dr. Werner Kleine

Der Beitrag zum Anhören bei Soundcloud

Zur Soundcloud-Playlist mit allen Dei-Verbum-Beiträgen

Nachgesehen: Alles nur symbolisch? Eine Einführung in die Eucharistiefeier


Im Rahmen der Reihe „Glaubensinformation“ der Katholischen Citykirche Wuppertal fand am 22. Februar 2017 ein Abend mit dem Thema „Alles nur symbolisch? Eine Einführung in die Eucharistiefeier“ statt.

Das Zweite Vatikanische Konzil bezeichnet die Eucharistiefeier als Quelle und Höhepunkt des kirchlichen Lebens. In der Eucharistiefeier vollzieht sich die Vergegenwärtigung von Kreuzestod und Auferstehung Jesu Christi. Brot und Wein werden nach römisch-katholischer Lehre dabei zu Leib und Blut Jesu Christ selbst. Ist das nur symbolisch zu verstehen? Was sind Symbole überhaupt? Und wie hat sich die liturgische Gestalt der Eucharistiefeier bis heute entwickelt, in der sich die Vergegenwärtigung Jesu Christi im Wort und den eucharistischen Gaben von Brot und Wein vollzieht? Pastoralreferent Dr. Werner Kleine geht diesen Fragen am Mittwoch, dem 22. Februar 2017 von 19.00-20.30 Uhr im Katholischen Stadthaus (Laurentiusstr. 7 – am Laurentiusplatz in Wuppertal-Elberfeld – 1. Etage) nach.

Diskussion zur Glaubensinformation vom 22.2.2017 und weitere Materialien (wie etwa die Flipchartmitschrift aus dem Video) bei Facebook

Zum Video

Weitere Informationen zur Reihe "Glaubensinformation"

ex oriente lux - eine Fotoausstellung im Berliner Plätzchen (Wuppertal-Oberbarmen)


Vom 5.-26. Februar 2017 findet im Berliner Plätzchen (Berliner Str. 173) die Fotoausstellung "ex oriente lux" statt. Gezeigt werden vor allem Bilder, die im Rahmen eines Wettbewerbes eingesendet worden sind. Die Vernissage zur Fotoausstellung ist am 5. Februar 2017 um 16 Uhr bei Wein und Wasser und Gespräch.

Das Berliner Plätzchen ist eine citypastorale Einrichtung der katholischen Pfarrgemeinde St. Johann Baptist, die von der Katholischen Citykirche Wuppertal unterstützt wird.

Dem Hl. Judas Thaddäus zur Ehre • Wallfahrt zum Patron der Hoffnungslosen am 28.1.2017


Der Hl. Judas Thaddäus wird an jedem 28. eines Monats in St. Marien in Wuppertal-Elberfeld geehrt.

Der Hl. Judas Thaddäus gehört zu den fast vergessenen Aposteln. Er ist der Patron der Hoffnungslosen und Vergessenen. Sein Gedenktag ist der 28. Oktober.

Ihm zu Ehren versammeln sich schon seit langem in Mexiko-Stadt viele, die am Rande der Gesellschaft stehen oder hoffnunglos sind, an jedem 28. eines Monats, um ihn als starken Fürsprecher anzurufen. Zusammen mit dem Sozialdienst kath. Frauen (SkF) e.V. Wuppertal, dem Caritasverband Wuppertal/Solingen, der Notfallseelsorge Wuppertal und der Seelsorge für Obdachlose, Prostituierte und Drogenabhänge lädt die Katholische Citykirche Wuppertal alle, die hoffnungslos sind oder am Rand der Gesellschaft stehen an jedem 28. Tag eines Monats nach St. Marien in Wuppertal-Elberfeld (Wortmannstr./Ecke Hardtstr.) von 12-14 Uhr ein, um den Hl. Judas Thaddäus um Beistand und Fürsprache zu bitten. Neben einem kurzen Gottesdienst and der Judas-Thaddhäus-Statue (13 Uhr) gibt es auch Gelegenheit, bei einem Mittagessen ins Gespräch zu kommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Jede und jeder ist willkommen!

Die nächste Wallfahrt findet am Samstag, dem 28. Januar 2017 von 12-14 Uhr in St. Marien (Wortmannstr. 2 in Wuppertal-Elberfeld) statt. Um 13 Uhr wird bei der Judas-Thaddäus-Statue in der Marienkirche eine Kurzandacht gehalten.

Das Projekt wird von der Metzgerei Kaufmann unterstützt.

Aschenkreuz to go


Mahnung und Segen zugleich: Das Ascherkeuz (Foto: Jennifer Balaska - gemeinfrei)

Katholische Citykirche Wuppertal macht am Berliner Plätzchen auf eine alte Tradition aufmerksam

Mit dem Aschermittwoch beginnt für Christinnen und Christen alljährlich die 40tägige österliche Bußzeit, die der Volksmund als „Fastenzeit“ bezeichnet. In der römisch-katholischen Tradition wird die österliche Bußzeit durch zwei Fast- und Abstinenztage (Aschermittwoch und Karfreitag) gerahmt, die Zeit dazwischen dient in besonderer Weise der Vorbereitung auf das höchste Fest des Kirchenjahres, dem sogenannten „Triduum Paschale“: An drei Tagen von Gründonnerstag bis zur Osternacht werden Tod und Auferstehung Jesu Christi gefeiert, die das innere Fundament des christlichen Glaubens bilden.

Traditionell wird in den römisch-katholischen Kirchen am Aschermittwoch das Aschenkreuz ausgeteilt. Dazu wird entweder Asche auf das Haupt der Glaubenden gestreut oder die Stirne mit einem Kreuz aus Asche bezeichnet. Dazu wird der Satz gesprochen: „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.“ Die Asche selbst erinnert an die Vergänglichkeit des Menschen. Gerade von der Vergänglichkeit her wird der wahre Wert des Lebens erst sichtbar. Jeder Mensch und jedes Menschen Leben ist einzigartig. Das Aschenkreuz zu empfangen ist daher sicher ein Zeichen persönlicher Demut aber auch der Zusage an den Wert des Lebens. Es wird von hierher zu einem Segenszeichen.

Die Katholische Citykirche Wuppertal macht am diesjährigen Aschermittwoch mit einer besonderen Aktion auf diese alte Tradition aufmerksam. Pastoralreferent Dr. Werner Kleine wird am Mittwoch, dem 1. März 2017 (Aschermittwoch) von 11.45 bis 14.00 Uhr am Berliner Plätzchen (Berliner Str. 173/Ecke Langobardenstr. in Wuppertal-Oberbarmen) sein. Um 12 Uhr wird eine kurze Andacht zum Aschermittwoch gehalten. Danach besteht die Gelegenheit im bzw. am Berliner Plätzchen das Aschekreuz und den damit verbundenen Zuspruch, der Mahnung und Segen zugleich ist, zu empfangen. Um 12.30 Uhr, 13.00 Uhr und 13.30 Uhr wird Pastoralreferent Dr. Kleine auch über den Markt am Berliner Platz gehen und dort auf Wunsch das Aschekreuz austeilen.

Katholische Citykirche vor Ort


Kath. Citykirche vor Ort (Foto: W. Kleine)

Am Mittwoch, dem 8. März 2017 ist die Katholische Citykirche vor Ort. Entsprechendes Wetter vorausgesetzt wird der Stand der Katholischen Citykirche Wuppertal voraussichtlich in der Zeit von 12.00-14.00 Uhr auf dem Kerstenplatz in Wuppertal-Elberfeld stehen.

Das Vater unser • Glaubensinformation in Wuppertal


Die Katholische Citykirche Wuppertal lädt am Mittwoch, dem 8. März 2017 um 19.00 Uhr im Katholischen Stadthaus (Laurentiusstr. 7, Wuppertal-Elberfeld, 1. Etage) zur „Glaubensinformation in Wuppertal“ ein. Das Thema lautet: „Das Vater unser“.

Das Vater unser ist das zentrale Gebet, das Christen aller Konfessionen vereint. Die Bibel überliefert es in zwei Versionen im Matthäus- und im Lukasevangelium. Die liturgische Fassung, die als Gebet bekannt ist, bildet eine Zusammenfassung beider Versionen. Der Abend geht der Entstehung des Vater unsers nach und beleuchtet vor allem die inhaltliche Bedeutung dieses Grundgebetes der Christenheit. Durch den Abend führt die Pastoralreferent Dr. Werner Kleine.

Weitere Informationen zur Reihe "Glaubensinformation"

Mystagogische Kirchenführungen in Wuppertal


Mystagogische Kirchenführung in Wuppertal (Foto: Christoph Schönbach)

Die nächste Kirchenführung der besonderen Art (mystagogische Kirchenführung) findet am Donnerstag, dem 9. März 2017 um 19.00 Uhr in St. Laurentius (am Laurentiusplatz in Wuppertal-Elberfeld) statt.

Im Unterschied zu herkömmlichen Kirchenführungen, die eher kunst- oder architekturgeschichtlich orientiert sind, möchte die mystagogische Kirchenführung den Kirchenraum als Kultraum erschließen. Kirchen sind nicht bloß Versammlungsstätten, sie sind auch Stein gewordene Glaubenszeugnisse ihrer Zeit. Das Entdecken dieser spirituellen und mystischen Dimension des Raumes und seiner „kultischen Funktion“ steht im Mittelpunkt der mystagogischen Kirchenführung. Dabei werden vor allem zentrale Orte der katholischen Liturgie (Eingang, Taufbecken, Ambo, Altar, Tabernakel) aufgesucht und und in ihrer rituellen Bedeutung erschlossen. Die mystagogische Kirchenführung wird dabei selbst gewissermaßen zu einer Liturgie. Zur mystagogischen Kirchenführung gehören daher auch kleine, von den Teilnehmern selbst vollzogene Riten wie etwa eine Weihrauchspende oder das Schmecken von Manna.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Kirchenführung dauert etwa 60 Minuten.

Weitere Informationen unter www.mystagogische-kirchenfuehrung.de.

So, 23. September 2018 - Sa, 06. Oktober 2018

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Der Zusatz

Wovon lebt der arme Christ? Vom täglichen Brot. Darin ist er dem Vogel gleich. Aber der Vogel, wenn er auch kein Heide ist, ist doch kein Christ. Der Christ betet um das tägliche Brot. Er lebt vom täglichen Brot nicht so wie der Vogel oder der Abenteurer, der es nimmt, wo er es findet. Der Christ findet es, wo er es sucht, und er sucht es, indem er betet. Eben darum hat er, um zu leben, mehr als nur das tägliche Brot; dieses hat für ihn einen Zusatz, einen Wert und eine Sättigung, die es für den Vogel nicht haben kann: der Christ weiß, dass das tägliche Brot von Gott ist. Hat nicht auch eine sonst unbedeutende Gabe, eine Kleinigkeit, für den Liebenden unendlichen Wert, weil sie vom Geliebten kommt? Der Christ bittet wohl um das tägliche Brot und dankt dafür - was der Vogel nicht tut. Aber bitten und danken ist ihm wichtiger als die Nahrung; es ist seine Speise, wie es die Speise Christi war, den Willen des Vaters zu tun.
(S. Kierkegaard, Christliche Reden, 1848)

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