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Katholische Citykirche Wuppertal

Das Wort zur Woche (25. Januar 2015 - 3. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B)

Dr. Werner Kleine
Dr. Werner Kleine, PR

Liebe Leserinnen und Leser,

in den Zeiten sozialpädagogischer Ganztagsbetreuung gerät langsam aber sicher in Vergessenheit, was man früher en passant erlernte: das eigene Selbst, das sich in im Spiel mit anderen maß und im Austeilen und Einstecken entdeckte, die eigenen Grenzen kennen lernte und so seinen Platz in der Gemeinschaft fand. Das war nicht immer einfach. Vor allem die Niederlagen schmerzten, waren aber auch eine Lehre. Das Selbstbewusstsein konnte wachsen in diesen Niederlagen. Es entwickelte sich auch eine Frustrationstoleranz, die einen später davor bewahrte, bei kleinen Schwierigkeiten vorschnell die Flinte ins Korn zu werfen. Wie in allen Gruppen gab es auch damals schon diejenigen, die am Rand der Gruppe standen. Hänseleien und Mobbing sind sicher keine Erfindungen der Neuzeit. Die Welt der Erwachsenen aber ließ das Spiel auf dem Platz des Lebens meist gewähren und schritt nur dann ein, wenn die Grenzen von Respekt und Anstand vor allem den Schwachen gegenüber überschritten wurden. Man lernte noch, dass man Schwächere nicht übervorteilt. Man lernte vor allem aber auch, dass man Kontakt aufnehmen musste, wenn man dazu gehören wollte. Von selbst passierte eigentlich nichts. Das Kinderleben war durchaus ein Kampf, aber ein spielerischer. Im Sandkasten lernte man spielerisch das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen, mit Tränen und Lachen - und manche Schramme erinnert den Erwachsenen noch heute an diese Lehrzeit, die ihn an seinen heutigen Platz gebracht hat.

Der Spielplatz, das war ein Ort höchst lebendiger Kommunikation. Wer mit wem gerade was machte, musste immer wieder neu ausgehandelt werden. Und im Gewimmel der Kinderstimmen hörte man immer wieder, wie Mütter und Väter die Namen ihrer Kinder riefen. Meist ließ der Tonfall keinen Zweifel daran, dass er ernst gemeint war.  Dem Ruf war Folge zu leisten. Der Tonfall alleine signalisierte schon: Komm! Sofort!

Der Ruf war nicht zu überhören. Sicher konnte man weghören und so tun, als wenn nicht gewesen wäre. Das hatte aber meist Konsequenzen. Wer den Ruf der Ahnen nicht hörte, musste damit rechnen, dass die Erziehungsberechtigten den akustischen Abstand physisch verringerten und einen von ganz nahe ins Gebet nahmen, dann sicher nicht mehr laut, aber doch mit deutlicher Stimme: Komm! Sofort! - und wenn ich das sage, dann meine ich das auch!

Den so Gerufenen war klar, wer hier ruft, hat Autorität. Vor allem aber war der Ruf nicht eingebildet, sondern höchst konkret. Man musste nicht bitten, um gerufen zu werden. Der Ruf war da. Er war konkret. Es bestand kein Zweifel.

Ähnlich stellt sich auch die Situation dar, von der das Evangelium des dritten Sonntags im Jahreskreis des Lesejahres B erzählt. Der Text beschreibt kurz und knapp, wie es die Art des Evangelisten Markus ist, die Situation:

Nachdem man Johannes den Täufer ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes. (Markus 1,14)

Die Gefangennahme Johannes' des Täufers wird zum Ausgangspunkt des öffentlichen Auftretens Jesu. Bisher lebte er im Verborgenen. Jetzt beginnt die Zeit seines öffentlichen Wirkens beginnt. Seine Botschaft ist prägnant:

Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium! (Markus 1,15)

Der Umkehrruf steht in der Tradition der Verkündigung des Täufers. Anders als er ruft Jesus aber zum Glauben an das Evangelium auf, der Botschaft vom nahen Reich Gottes.

Offenkundig drängt es Jesus, diese Botschaft zu verkünden. Die Zeit ist da. Sie ist erfüllt. Es ist Zeit, der καιρός (kairos) ist da. Es ist offenkundig, dass er Mitarbeiter braucht, die die Botschaft vom genahten Reich Gottes mit ihm verkünden.

Die Art der jesuanischen Mitarbeiteraquise ist auffällig. Während man heute gemeinhin in öffentlichen Aufrufen nach an einer ehrenamtlichen Mitarbeit Interessierten sucht, wird Jesus konkret. Mit dem Anspruch natürlicher Autorität beruft er die, die er für seine Aufgabe haben möchte. Der Ruf erfolgt unmittelbar, wie bei Andreas und seinem Bruder Simon, den man später Petrus nennen sollte. Jesus sieht sie am See von Galiläa und spricht sie an:

Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. (Markus 1,17)

Das verwendete Verb εἰπεῖν (sprich eipeîn - sagen/reden) deutet einen unmittelbaren Kontakt an. Jesus muss auf sie zugegangen sein. Man steht sich gegenüber; man ist sich nahe. Die Distanz ist klein, so dass man direkt miteinander sprechen kann.

Anders verhält es sich bei den nächsten beiden, die Jesus bei sich wissen will. Jakobus und Johannes, die beiden Söhne des Zebedäus, sind noch im Boot und richten ihre Netze her. Sie sind etwas vom Ufer entfernt, so dass Jesus rufen muss. Das, was Jesus ruft, wird nicht überliefert. Es ist anzunehmen, dass die Botschaft dieselbe ist, die er auch an Andreas und Johannes richtete:

Kommt her, folgt mir nach!

Das Verb καλεῖν (sprich: kaleîn - rufen) mein ein lautes Anrufen. Jesus muss nicht nur die räumliche Distanz überbrücken; er muss sich auch die Aufmerksamkeit der mit Netzflicken Beschäftigten erregen.

In beiden Fällen ist der Ruf konkret, unzweifelhaft, autoritativ und unüberhörbar. Jesus sucht nicht ein paar Freiwillige und Interessierte. Er sucht die, die er für seinen Aufgabe haben will, weil er sie für fähig hält. Die Fähigkeiten der vier, die er zuerst beruft, besteht zuerst im Fischen. Es sind Handwerker, die zuzupacken wissen, auf die man zählen kann, die zuverlässig sind und mit beiden Beinen auf dem Boden stehen. Träumer werden es nicht gewesen sein, denn von Träumen kann man niemanden ernähren.

Solche Leute braucht Jesus bei sich. Handfeste Typen, die wissen, was sie tun - ohne Illusionen. - Ohne Illusionen? Wussten sie wirklich, worauf sie sich da einlassen? Es heißt doch, sie ließen unverzüglich ihre Netze liegen und folgten ihm nach.

Die Unmittelbarkeit der Reaktion der Angerufenen ist faszinierend und irritierend zugleich. Der Text erzählt nicht, wie Jesus sie wirklich überzeugt hat. Niemand lässt seinen Broterwerb zurück, um einer Fantasterei zu folgen - zumindest nicht die Fischer vom See in Galiläa. Noch war ja nicht abzusehen, wohin sie ihr Weg führen würde. Das unmittelbare Wirkungsgebiet Jesu bezog sich zu diesem Zeitpunkt ja auf das Gebiet um den See. Kafarnaum - so wird aus dem weiteren Verlauf des Markusevangeliums deutlich - ist eine Art Zentrum des Wirkens Jesu zu dieser Zeit. Die vier Auserwählten konnten also zu diesem Zeitpunkt nicht nur zu ihrer Arbeit zurückkehren; sie weilten auch weiter bei ihren Familien, wie etwa die Perikope der Heilung der Schwiegermutter des Simon Petrus belegt, die sich in Markus 1,29-31 findet.

Die Mitarbeit am Werk Jesu war also am Beginn überschaubar. Was daraus erwachsen sollte, die Konsequenzen für Existenz und Leben - all das war nicht zu erahnen. Man wirkte in vertrautem Umfeld, nutzte die sozial gewachsenen Kontakte, verkündete den Freunden und Feinden aus der Kindheit und baute auf die eigenen Erfahrungen und Kenntnisse der konkreten Umgebung. Die Berufung war konkret und baute auf vorhandene Kenntnisse. Jesus brauchte Typen mit Kontakten und Erfahrungen. Nur wer die richtigen Kanäle kennt, kann seine Botschaft effizient unter das Volk bringen. Verkündigung - das ist öffentliche Kommunikation. Jesus brauchte fähige Kommunikatoren. Und er beruft die in seinen Stab, die er gebrauchen kann.

Aus dem kleinen Anfang der vier, die Jesus um sich scharrte, entstand eine Bewegung, die bis heute wirkt. Es waren genau diese vier, die Jesus brauchte. Es waren keine Freiwilligen. Sie hatten nicht um die Berufung gebeten. Es sind aber diese vier, die er konkret berief, bildeten den Kern der Mitarbeiter Jesu. Die Zulassungsbedingungen waren Bodenständigkeit, Kommunikationsfähigkeit, bestehende Kontakte und Erfahrungen.

Heute wird immer wieder dazu aufgerufen, um Berufung zu beten. Ja, diejenigen, die sich berufen wähnen, beten selbst immer wieder darum, berufen zu sein. Die Berufung hat ihre Konkretion verloren. Sie ist zu einem Gefühl degeneriert, zu einer Abstraktion, die nicht fassbar ist. Berufen zu sein, ist darüber hinaus keine Frage der persönlichen Fähigkeiten mehr, sondern des Empfindens einer exklusiven Auserwählung. An die Stelle bodenständiger und kontextueller Kommunikation ist die Absonderung in einen geistlichen Stand getreten, der dem Volk Gottes gegenüber steht, getreten. Das Fehlen von Schwiegermüttern bei denen, die sich heute ihrer Berufung rühmen, ist letztendlich eine weitere Konsequenz der gegenüber dem Anfang veränderten Zulassungsbedingungen.

Die heutige Kirche fremdelt mit der Welt, in der sie die Botschaft vom nahen Reich Gottes verkünden soll. Sie hat den Kontakt zur Welt verloren. Ihr fehlen die kommunikativen Mittel, um die Menschen heute zu erreichen. Ihr fehlen die Typen, die Welt und Menschen kennen, das Umfeld des Lebens von heute. Ihr fehlen die bodenständigen Arbeiter, die wissen, das Beten nicht das Falten von Händen voraussetzt. Ihr fehlen die, die Gott im Antlitz des Nächsten suchen und nicht in der Stille selbstverliebter Einsamkeit. Ihr fehlen die, die zupackend bereit sind, sich Schwielen und Beulen zu holen, und das Glück getaner Arbeit kennen, anstatt der Illusion erhabener Sakralität zu frönen.

Die Zeit ist nahe für einen Paradigmenwechsel in der Berufungspastoral. Es braucht Menschen, die erfahren und fähig sind, andere im wahrsten Sinn des Wortes zu berühren, die mit Verstand, Herz und Seel der Menschen Kontakt aufnehmen und kommunizieren können. Nicht mehr die Abgrenzung in sakraler Heiligkeit ist das Ziel, sondern die Kommunikation des Evangeliums in die Welt von heute hinein. Wer dazu fähig ist, der und die muss berufen werden.

Berufung war konkret, Berufung muss wieder konkret sein. Die Zwölf, die ihre Berufung konkret hörten, beriefen ihre Nachfolger konkret. Es waren die Fähigkeiten dieser Berufenen, die ausschlaggebend waren, die das Gefühl der eigenen Erwählung. Und es ist erstaunlich, dass noch heute die Nachfolger der Apostel höchst irdisch berufen und bisweilen sogar gewählt werden. Die Berufung zum Bischof ist konkret. Warum sollte es die Berufung zum Priester- oder Diakonenamt nicht sein?

Es wird nichts helfen, um Berufungen zu beten. Die konkreten Pläne Gottes scheinen anders auszusehen. Sein Fingerzeig ist offenkundig. Es gilt, Ausschau zu halten nach den Männern und Frauen, die im Besitz der für die Verkündigung des Evangeliums notwendigen Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen sind. Die Kirche braucht diese Typen. Wieviele gehen der Kirche da verloren, weil niemand sie beruft. Die Berufung muss wieder konkret werden. Bisher ist die Charismenorientierung nur ein Schlagwort. Die Kirche wird sich verändern, wenn die Fähigkeit der Einzelnen zum Anlass für die Berufung wird, und nicht der Wunsch, berufen zu sein, für den man den Preis der Enthaltsamkeit zu zahlen bereit ist. Auch sie mag ein Charisma sein. Was die Kirche braucht, sind aber nicht Enthaltsame, sondern glaubwürdige Verkünderinnen und Verkünder des genahten Reiches Gottes, Menschen aus dem Volk, die die Sprache des Volkes sprechen, die bereit sind, unter die Menschen zu gehen und Gott in Wort und Tat unter den Menschen präsent zu machen - so wie damals, als Fischer vom See in Kapernaum ihre Kontakte nutzten, um das zu tun, was ihren Fähigkeiten entsprach: die Netze auszuwerfen, um einen Fang zu machen - nur, dass es diesmal Menschen waren, als Fische. Sie waren es, die als erste das Evangelium weitergaben. Wer ist heute dazu fähig?

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Woche,
Ihr Dr. Werner Kleine
PR Katholische Citykirche Wuppertal

Alle "Wochenworte" finden Sie in unserem Weblog "Kath 2:30":
"Wort zur Woche" auf Kath 2:30

Graffiti-Krippe 2014 - Making of "3 Kings on Tour"


Die Graffiti-Krippe 2014 ist abgebaut - und die drei Könige sind weitergezogen. Bevor sie allerdings zur Krippe kamen, haben sie an einigen Stationen Halt gemacht. Unter anderem waren sie auch in der Lebenshilfe Wuppertal. Das Making of zeigt, wie herzlich die hohen Herren aus dem Morgenland dort empfangen wurden.

Katholische Citykirche vor Ort


Kath. Citykirche vor Ort

Am Mittwoch, dem 28. Januar 2015 ist die Katholische Citykirche vor Ort. Entsprechendes Wetter vorausgesetzt wird der Stand der Katholischen Citykirche Wuppertal voraussichtlich in der Zeit von 11.00-15.00 Uhr auf dem Von-der-Heydt-Platz in Wuppertal-Elberfeld zu finden sein.

Dem Hl. Judas Thaddäus zur Ehre • Wallfahrt zum Patron der Hoffnungslosen am 28.1.2015


Der Hl. Judas Thaddäus wird an jedem 28. eines Monats in St. Marien in Wuppertal-Elberfeld geehrt.

Der Hl. Judas Thaddäus gehört zu den fast vergessenen Aposteln. Er ist der Patron der Hoffnungslosen und Vergessenen. Sein Gedenktag ist der 28. Oktober.

Ihm zu Ehren versammeln sich schon seit langem in Mexiko-Stadt viele, die am Rande der Gesellschaft stehen oder hoffnunglos sind, an jedem 28. eines Monats, um ihn als starken Fürsprecher anzurufen. Zusammen mit dem Sozialdienst kath. Frauen (SkF) e.V. Wuppertal, dem Caritasverband Wuppertal/Solingen, der Notfallseelsorge Wuppertal und der Seelsorge für Obdachlose, Prostituierte und Drogenabhänge lädt die Katholische Citykirche Wuppertal alle, die hoffnungslos sind oder am Rand der Gesellschaft stehen an jedem 28. Tag eines Monats nach St. Marien in Wuppertal-Elberfeld (Wortmannstr./Ecke Hardtstr.) von 12-14 Uhr ein, um den Hl. Judas Thaddäus um Beistand und Fürsprache zu bitten. Neben einem kurzen Gottesdienst and der Judas-Thaddhäus-Statue (13 Uhr) gibt es auch Gelegenheit, bei einem Mittagessen ins Gespräch zu kommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Jede und jeder ist willkommen!

Die nächste Wallfahrt findet am Mittwoch, dem 28. Januar 2015 von 12-14 Uhr in St. Marien (Wortmannstr. 2 in Wuppertal-Elberfeld) statt. Um 13 Uhr wird bei der Judas-Thaddäus-Statue eine Kurzandacht gehalten.

Das Projekt wird von der Metzgerei Kaufmann unterstützt.

Trauergottesdienst für Sternenkinder


Zweimal im Jahr organisieren die St. Anna-Klinik, das Bethesda Krankenhaus und die Rot-Kreuz-Schwestern gemeinsam eine Bestattung verstorben geborener Kinder. In einer würdevollen Zeremonie ist dann Gelegenheit für Eltern und Geschwister Abschied zu nehmen. Der Gottesdienst für die verstorbenen Babys findet am Freitag, dem 30. Januar 2015 um 13 Uhr auf dem Friedhof an der Schützenstraße statt.

Vigilfeier zum Fest Darstellung des Herrn (Maria Lichtmess) • 1.2.2015 • 20.30 Uhr • St. Laurentius


ansprechBAR - die offene Sprechstunde der Katholischen Citykirche Wuppertal • 4.2.2015 • Kaffee Engel


Die nächste offene Sprechstunde der Katholischen Citykirche Wuppertal findet am Mittwoch, dem 4. Februar 2015, von 13.00-14.00 Uhr Uhr im Kaffee Engel (Friedrich-Ebert-Str. 13 in Wuppertal-Elberfeld) statt. Als Mitarbeiter der Katholischen Citykirche Wuppertal steht dann Dipl. theol. Katharina Nowak zum Gespräch über Gott und die Welt, aber auch für kritische Fragen zur Verfügung.

Glaubensinformation: Gott, der Vater


Die Katholische Citykirche Wuppertal lädt am Mittwoch, dem 4. Februar 2015 um 19.30 Uhr zum nächsten Abend der Reihe „Glaubensinformation“ ein. Dann wird Dr. Werner Kleine über das Thema „Gott, der Vater“ sprechen.

Die Anrede Gottes als „Vater“ sagt scheinbar eine maskuline Existenz Gottes aus. Tatsächlich ist Gott weder männlich noch weiblich. Und doch sprechen die Christen in jüdischer Tradition stehend von Gott als „Vater“. Der Abend der Reihe „Glaubensinformation“ führt in die Theologie und Herkunft dieser Gottesanrede ein und stellt sich auch aktuellen Fragen.

Der Abend beginnt um 19.30 Uhr im Katholischen Stadthaus (Laurentiusstr. 7, Wuppertal-Elberfeld, 1. Etage).

 

Weitere Informationen zur Reihe "Glaubensinformation"

Kirche im Radio


Die katholische und evangelische Kirche in Wuppertal gestaltet seit dem 2. Oktober 2011 jeweils am 1. Sonntag im Monat zwischen 8.00 und 9.00 Uhr das Sendeformat "Himmel und Erde lokal". Die nächste Sendung wird am Sonntag, dem 1. Februar 2015 über die in Wuppertal empfangbare Frequenz von Radio Wuppertal (UKW 107,4 MHz - Kabel 105,55 MHz) ausgestrahlt.

Wer die Ausstrahlung der Sendung verpasst hat, kann sich die Beiträge der Sendung wenige Tage später auf der Homepage von "Himmel und Erde lokal" noch einmal anhören.

Neben der "großen" Kirchensendung im lokalen Radio werden außerdem jeden Sonntag die kirchlichen Regionalnachrichten um 8.30 Uhr gesendet - wie immer mit akutellen Informationen und Nachrichten aus der evangelischen und katholischen Kirche in Wuppertal.

Homepage von "Himmel und Erde lokal"

Glosse: Lost in Wuppertal


Dr. Werner Kleine (Foto: Christoph Schönbach)

Es ist noch nicht allzu lange her, da schielte man in Wuppertal verstohlen in das Rheinland. Zu gerne wollte man dazu gehören. Es verwundert ein wenig, dass eine Stadt, die immerhin das Oberzentrum des Bergischen Landes ist, die bergische Identität so versteckt. So entsteht zwischen Westfalen und Rheinland ein Nirgendwo, vielleicht auch – so würden die Anhänger der Science-Fiction-Serie „Star Trek“ sicher mutmaßen – eine Phasenverschiebung, die Materie einfach absorbiert und verschwinden lässt.
Dafür, dass es sich bei diesen Vermutung nicht um die spinnerte Idee eines Star-Trek-Fans handelt, gab es in der jüngeren Vergangenheit eindeutige Indizien. Es ist noch nicht allzu lange her, da verschwand etwa das Lego-Schwein von Spielwaren Müller in Elberfeld auf mysteriöse Weise. Auch wenn manche es an der Legobrücke der Nordbahntrasse zu sehen glaubten, verliert sich seine Spur im Nirgendwo. Ähnlich erging es auch dem Jesuskind, das erst vor kurzem auf mysteriöse und bisher ungeklärte Weise aus der Graffiti-Krippe verschwand.
Alles Zufall? Wohl kaum. Wer gelernt hat, dem gesunden Menschenverstand zu misstrauen, der sieht überall in der Stadt Löcher, die auf geheimnisvolle Weise Materie absorbieren. Man muss da gar nicht an die Millionen denken, die aus dem Stadtsäckel verschwinden. Es ist viel augenfälliger. Wo vor Jahr und Tag noch eine Bundesstraße war, gähnt jetzt ein großes Loch, das man paradox als  Döppersberg bezeichnet.
Findige Forscher wissen längst um die geheimnisvollen Kräfte, die da in Wuppertal wirken. Der Kundige ahnt es: Eine Stadt mit diesen Ressourcen ist wie gemacht, um Dinge schnell und unauffällig verschwinden zu lassen. Es kann keinen Zweifel geben: Das Bernsteinzimmer muss sich im Wuppertaler Paralleluniversum befinden. Der Namensvetter des Autors dieser Glosse (nicht verwandt und nicht verschwägert!) ist auf der richtigen Spur!
Der aufmerksame Leser wird überdies festgestellt haben, dass die gravitätische Energie sich besonders in Elberfeld bündelt. Das springt doch geradezu ins Auge. Und ja: Da ist doch noch etwas ... Der Tunnel am Döppersberg wurde dicht gemacht. Das kann doch kein Zufall sein. Und plant nicht ein Investor ganz in der Nähe ein FOC in der alten Bundesbahndirektion? Hinter dem Schein der Wirklichkeit erkennt der Wissende, dass das alles nur Tarnung ist: Im Keller der Bundesbahndirektion ist der Übergang zum Paralleluniversum! Dort sitzen der Graffiti-Jesus, das Legoschwein und sicher die eine oder andere verlorene Seele im Bernsteinzimmer in trauter Rotweinrunde.
Verwunderlich ist das nicht in einem Haus, das einer Institution Heimat war, für die das Phänomen Zeit auch nur eine Illusion ist. Wer immer am Bahnhof auf den nächsten Zug wartet, für den ist die Phasenverschiebung kein Hirngespinst: Züge fallen eben nicht einfach aus. Sie fahren nur in der nächsten Phase ...

Der Text wurde als Glosse in der Lokalausgabe der WZ Wuppertal vom 23. Januar 2015 erstveröffentlicht

So, 26. Januar 2020 - Sa, 08. Februar 2020

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Endlich anfangen

Der heilige Franz von Assisi sagte am Ende seines Lebens: „Meine Brüder, lasst uns endlich anfangen, Gott zu dienen. Bisher haben wir es noch nicht getan.“ Alle haben wir die Bekehrung nötig, die fortwährende Bekehrung: von den vielen Formen unserer Selbstgerechtigkeit, Lieblosigkeit, Herzenskälte, Kleinlichkeit. Solange wir leben, sind wir unterwegs zu Gott. Christliches Leben ist ein Weg beständiger Befreiung, Ablösung von allem Gottwidrigen und aller Lieblosigkeit, ein Weg beständiger Hinkehr zu Gott und den Menschen, ein Weg beständiger Vertiefung und Liebe.
(Meditation aus dem Schott-Messbuch zum 3. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B)

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