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Katholische Citykirche Wuppertal

Das Wort zur Woche (15. April 2018 - 3. Sonntag der Osterzeit, Lesejahr B)

Dr. Werner Kleine
Dr. Werner Kleine, PR

Beim Leibhaftigen

Liebe Leserinnen und Leser,

jeder Wunsch scheitert an der Wirklichkeit; jedes Märchen zerschellt an der Materie. Wenn das Gewünschte Wirklichkeit wird, hört es auf Wunsch zu sein. Das Märchen hingegen lebt vom Zauber des Unwirklichen, des Surrealen, dessen Wahrheit auf einer immateriellen Ebene zu finden ist. Das materielle Begreifen einer Wahrheit, der greifbare Beweis widerspricht dem Märchenhaften.

In den Zeiten als das Wünschen noch geholfen hatte, lebte in den Märchen noch ein Sinn für eine Wahrheit, die das bloß Sichtbare übersteigt. Märchen sind eine wichtige und notwendige Form der Kommunikation über das Erhoffte, Ersehnte, Archetypische und Existentielle des menschlichen Daseins, das sich eben nicht bloß im Materialistischen ergibt. Die todzerstörende Macht der Liebe kommt eben in einem Märchen wie Schneewittchen viel stärker zum Ausdruck als es naturwissenschaftliche Analysen über die Hormonausschüttung bei der olfaktorischen Wahrnehmung eines geruchskomplementären Gegenübers, dessen Pheromone einen den eigenen Genpool erweiternden Chromosomensatz anzeigen, vermögen. Ebenso wird in demselben Märchen die tiefenpsychologische Dimension der Loslösung der jungen Generation von den Altvorderen und das Entdecken des eigenen Lebens wie die Schwierigkeiten der Altvorderen der Jugend die Jugend zu gönnen viel unmittelbarer erfasst, als es noch so gelehrte psychologische Studien je könnten. Keine Frage: Die Märchen erzählen Wahrheit auf eine subtile und gerade deshalb unmittelbare Weise. Wird diese Wahrheit weniger wahr, wenn man die Märchen dekonstruiert und entdeckt, dass es gar keine Zwerge in den sieben Bergen gibt?

Der Schock über diese Erkenntnis mag manchen in seiner frühen Jugend, in der mit den Zwergen auch Weihnachtsmänner, Christkinder und Osterhasen im Nirwana der Vernunft verschwanden, arg durchgerüttelt haben. Die Enttäuschung nach dem Entdecken der vermeintlichen Lüge ist bisweilen so groß, dass manch eine Zeitgenossin und manch ein Zeitgenosse gar nicht mehr einkriegt und nur noch dem vertrauen will, was Augen, Mund, Nase, Ohren und Hände zu erfassen vermögen. So auf dem präpubertären Stand Heranwachsender stehen geblieben, erklärt man sich stolz als exklusiv vernunftbewegt. Alles Märchenhafte wird aus dem Leben verbannt – und mit ihm auch die Fähigkeit zu metaphorischer Rede. Man wähnt sich ja schließlich als erwachsen. Gespannt darf man freilich sein, wie sich zwei so Vernünftige ihrer Liebe versichern. Sagen sie noch „Schatz“ zueinander? Ist man für den anderen noch der Morgenstern? Darf man da noch Blumen schenken? Was ist schon ein Kuss?

Armselig wird die Welt ohne die märchenhaften Verheißungen der Wahrheit. Freilich bleibt jedem wirklich vernünftigen Menschen bewusst, dass die Wahrheit von Märchen sich auf einer kommunikativen Metaebene ereignet, die gerade nicht unwirklich ist, sich aber doch von dem bloß Begreifbaren unterscheidet. Märchen sind transzendent, sie sind wahr, vor Gericht aber haben Märchenerzähler keine Chance. Wenn Zahlen, Daten und Fakten zählen, wenn Behauptungen belegt werden müssen, in der wirklichen Welt habe sich etwas so und so zugetragen, dann sind Märchen keine gute Wahl der Beweisführung. Wer eine rote Ampel überfährt und dafür die fällige Strafe zahlen muss, wird sich kaum herausreden können, eine gute Fee habe ihm den Auftrag gegeben …

Wer Behauptungen aufstellt, muss Argumente beibringen, Beweise oder Zeugenaussagen. Das gilt umso mehr, als die behauptete Wirklichkeit surreal erscheint. Was im Sprechakt eines Märchens noch gehen mag, wird in der Argumentation unmöglich. Der Sprachakt von Märchen mag Wirklichkeiten erschließen, vielleicht sogar Verhaltensänderungen bewirken; Behauptungen begründen können sie nicht. Die Wahrheit jeder Wirklichkeit geht dem Märchen voraus. Das Märchen hingegen kann dann ein Mittel sein, die Wahrheit der Wirklichkeit fassbar zu kommunizieren.

Dieser Spagat zwischen realer Erfahrung und kommunikativer Vermittlung muss auch die Jüngerinnen und Jünger Jesu erfasst haben, als sie am ersten Tag der Woche nach dem Kreuzestod Jesu hörten, er sei von den Toten auferstanden. Das ist ein wunderbarer Wunsch, zu schön um wahr zu sein, märchenhaft geradezu – aber letztlich wohl doch nur das Geschwätz überspannter Frauen, die da von einem Grab erzählen, in dem statt des erwarteten blassen Leichnams Jesu ein oder zwei Jünglinge – wer weiß das schon so genau, wenn die Biochemie trauerbegründet verrückt spielt – mit der absurden Botschaft der Auferweckung des Gekreuzigten waren. Es also kein Wunder, wenn es im Lukasevangelium über die vom gar nicht so leeren Grab zurückkehrenden Frauen heißt:

Und sie kehrten vom Grab zurück und berichteten das alles den Elf und allen Übrigen. Es waren Maria von Magdala, Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus, und die übrigen Frauen mit ihnen. Sie erzählten es den Aposteln. Doch die Apostel hielten diese Reden für Geschwätz und glaubten ihnen nicht. Lukas 24,9-11

Für die Tatsächlichkeit der Auferstehung braucht es mehr als das märchenhafte Gerade über elfenhafte Jünglinge in dunklen Grabeshöhlen. Deshalb geht Petrus selbst nachsehen. Er findet das leere Grab … und wundert sich bloß:

Petrus aber stand auf und lief zum Grab. Er beugte sich vor, sah aber nur die Leinenbinden. Dann ging er nach Hause, voll Verwunderung über das, was geschehen war. Lukas 24,12

Die Tatsache des leeren Grabes, der harte Fakt des Fehlens des Leichnams begründet keine Auferstehungsglauben. Er ist Anlass zur Verwunderung. Vieles könnte geschehen sein. Die Gegner Jesu etwa hätten den Leichnam aus dem Grab fortschaffen lassen könne um für die wahrscheinlich nicht kleine Anhängerschaft des Mannes aus Nazareth keinen Ort entstehen zu lassen, an dem diese ihm weiter als Messias huldigen. Ist man nicht zu allen Zeiten so verfahren, um einem Märtyrerkult entgegenzuwirken?

In allen Evangelien ist es tatsächlich nicht das leere Grab, das zum Glauben führt. Die einzige Ausnahme bildet im Johannesevangelium der Jünger, den Jesus liebte. Als der mit Petrus aufgrund der Botschaft der Frauen zum leeren Grab eilt, heißt es:

Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; sie liefen beide zusammen, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als Erster ans Grab. Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging jedoch nicht hinein. Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Haupt Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. Da ging auch der andere Jünger, der als Erster an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. Denn sie hatten noch nicht die Schrift verstanden, dass er von den Toten auferstehen müsse. Johannes 20,3-9

Das ist bemerkenswert: Der Jünger sieht zwar und glaubt, aber er versteht noch nicht. Dieses vorbewusste Verstehen ist gerade märchenhaft. Er gewinnt eine subjektive Gewissheit, die er aber nicht vermitteln kann. Was aber nützt ein subjektiver Glaube, wenn man nicht darüber reden kann?

Bereits Johannes gibt hier den entscheidenden Hinweis: Das, was dort im leeren Grab zu sehen ist, kann aus der Schrift heraus verstanden werden. Hier berührt sich der vierte Evangelist mit der lukanischen Erzählung von den beiden Jüngern, die auf dem Weg nach Emmaus gehende dem Auferstandenen begegnen. Sie schildern ihm die Ereignisse der letzten Tage; sie erzählen ihm von Jesus aus Nazaret; und sie berichten ihm von den Gerüchten der Frauen, die große Unruhe verursacht haben. Der Auferstanden aber bleibt merkwürdig unerkannt. Müssten sie, die sie doch mit ihm unterwegs waren, nicht erkennen? Offenkundig ist der Leib des auferstandenen Christus von dem des irdischen Jesus signifikant unterschieden; gleichzeitig tut er das, was er wohl immer schon getan hat: er erschließt die Schrift, vor allem aber zeigt er, dass all das aufgrund der Schrift geschehen musste, schließlich bricht er das Brot mit ihnen – und da erkennen sie ihn. Alles ist anders und doch ist alles wieder da! Alles kulminiert in der Begegnung mit dem Auferstandenen – eine Begegnung, die sich selbst eben nicht im ersten Anschein erschließt, wohl aber im erringenden Erkennen, in der rückschauenden Bewältigung einer erlebten Wirklichkeit:

Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schriften eröffnete? Lukas 24,32

Die Emmausjünger werden zu Zeugen. Zeugen müssen glaubwürdig sein, damit ihr Zeugnis verwertbar ist. Das ist auf der einen Seite eine Frage der Qualität des Zeugnisses. Wie ist der Leumund der Zeugen? Wie verhält sich das Bezeugte zu anderen Daten und Fakten? Kann deren Aussage durch andere Zeugen unabhängig bestätigt werden?

Es ist also kein Wunder, das Lukas im Anschluss an die Rückkehr der Emmausjünger nach Jerusalem von der Reaktion der anderen berichtet:

Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück und sie fanden die Elf und die mit ihnen versammelt waren. Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen. Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach. Lukas 24,33-34

Die aufgeklärten Zeitgenossen der Gegenwart, die sich nur auf Augen, Mund, Nase, Ohren und Hände verlassen möchten und die seit der Enttarnung des Weihnachtsmannes wissen, dass über zwei Milliarden Christgläubige nichts anderes sind als von einem Märchen Fehlgeleitete, wird natürlich das fast 2000 Jahre alte Zeugnis von zwei Wanderern und elf gescheiterten Jesusbegleitern nicht überzeugen. Das ist völlig nachvollziehbar! Bereits die Zeitgenossen der Apostel haben sich nicht aufs bloße Hörensagen verlassen. Nicht ohne Grund führt Petrus deshalb in der Pfingstpredigt, von der ein Teil in der ersten Lesung vom 3. Sonntag der Osterzeit im Lesejahr B verkündet wird, eine geradezu akribische schriftbegründete Argumentation, mit der er die theologische Plausibilität der behaupteten Auferstehung Jesu vom Kreuzestod nachweist.

Bis es soweit sein wird, müssen aber selbst die Apostel als engste Mitarbeiter Jesu die Tatsächlichkeit der Auferweckung im wahrsten Sinn des Wortes begreifen. Sie müssen vom märchenhaften Wunsch, dass nicht alles zu Ende sein möge, über das Verstehen und Begreifen hin zu einer neuen Sprache finden, das Unsagbare und auf den ersten Anschein Absurde, kommunizierbar zu machen. Das erste große Hindernis ist nämlich die Begegnung mit dem Auferstandenen selbst, der nicht von dieser Welt zu sein scheint, der einfach so in die Mitte tritt, auch wenn die Räume verschlossen sind:

Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Johannes 20,19

Offenkundig kennt auch Lukas diese Begebenheit, wenn im Evangelium vom 3. Sonntag der Osterzeit im Lesejahr B die Jünger erschrecken, ja sich sogar entsetzen, weil sie denken, einem Geist zu begegnen – denn nur Geister können durch verschlossene Türen gehen:

Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. Lukas 24,36f

Das ist freilich tatsächlich ein geradezu märchenhaftes Motiv – der gute Geist, dem auch verschlossene Türen nichts anhaben können. Jeder Dschinn aus 1001 Nacht kann das!

Die Begegnung mit dem Auferstandenen ist offenkundig dazu geeignet, an Halluzinationen zu glauben, biochemisch verursachte Einbildungen, in denen der Wunsch als Wirklichkeit erscheint, man aber immerhin doch selbst in der Wirklichkeit ist und weiß, dass das Erlebte der Vernunft widerspricht. Kein vernunftbegabter Mensch, der etwas auf sich hält, wird so etwas einfach glauben. Er wird eher an seinen Sinnen zweifeln, auf die er doch sonst so stolz ist. Was aber bleibt, wenn die Sinnestäuschung selbst zur Enttäuschung wird?

Lukas betont hingegen die Realität der Begegnung, wenn der Auferstandene sagt:

Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße. Lukas 24,39f

Wenige Verse später isst der Auferstandene vor den Augen der Jünger sogar ein Stück gebratenen Fisch (Lukas 24,42f). Ganz ähnlich schildert auch Johannes in seinem Evangelium die Begegnung mit dem Auferstandenen am See von Tiberias, wenn der er für die Jünger ein Mahl aus Fisch und Broten zubereitet, bei dem zwar offenbleibt, ob er selbst mitisst, das aber auch nicht ausgeschlossen wird. Schlussendlich aber kennt auch Johannes die Notwendigkeit des Begreifens, wenn der zweifelnde Thomas vom Auferstandenen selbst ein einmaliges Angebot erhält:

Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!  Thomas antwortete und sagte zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Johannes 20,26-29

Sowohl Lukas als auch Johannes schildern die Begegnung mit dem Auferstanden in übersteigert materieller Weise. Das tritt vor allem bei Lukas hervor, wenn betont wird, dass ein Geist nicht aus Fleisch und Knochen bestünde. Wird hier aber nicht der märchenhafte Wunsch, die Auferstehung sei Wirklichkeit, völlig überhöht? Was haben wir als Zeitgenossen der Postmoderne davon? Niemandem heute ist der Auferstandene auf diese Weise zugänglich!

Während - oder gerade weil! - an anderer Stelle die Unberührbarkeit des Auferstandenen hervorgehoben wird (Maria von Magdala etwa darf ihn nicht festhalten - vgl. Johannes 20,17 - und auch Thomas, der Zweifler, belässt es wohl beim Sehen - vgl. Johannes 20,29) betonen Lukas und Johannes mit ihren Schilderungen die Leibhaftigkeit der Auferstehung. Sie ist körperlich, eben nicht bloß symbolisch, wie manche Theologinnen und Theologen heute den Skandal der Vernunft zu erklären versuchen. Was aber bleibt dann von der Bedeutung der Auferstehung, wenn sie so ins Märchenhafte wegerklärt wird? Kann man darauf sein Leben bauen?

Genau das aber haben die frühen Zeugen ja getan. Sie haben auf die Begegnung mit dem Auferstandenen ihr eigenes Leben gesetzt. Deshalb heißt es am Schluss des Evangeliums vom 3. Sonntag der Osterzeit im Lesejahr B:

Ihr seid Zeugen dafür. Lukas 24,48

Die Begegnung mit dem Leibhaftigen veränderte alles. Stephanus wird der erste sein, der für diese Begegnung mit dem Auferstandenen mit dem Leben bezahlen wird; Jakobus wird ihm als erster aus den Zwölfen wenige Jahre später folgen. Petrus und Paulus nehmen Gefängnisaufenthalten, Züchtigungen und Vertreibungen in Kauf, um das Evangelium des vom Kreuzestod Auferstandenen zu verkünden. Zeuginnen und Zeugen aller Zeiten haben es ihnen bis heute nachgetan – alles nur, weil hier ein Märchen erzählt wird? Niemand gibt ein Leben für ein Märchen hin, für die eine Wahrheit, die über den Tod hinausreicht freilich schon. Es ist eine Wahrheit, die Seele und Leib ergreift, den ganzen Menschen eben. Diese Wahrheit ist kein Hirngespinst. Wer sich auf sie einlässt, der muss gewappnet sein, mit Herz und Hand ergriffen zu werden, mit Haut und Haar. Sie wird ihm in Fleisch und Knochen fahren, bis sie in ihm selbst wieder Gestalt wird. Die Begegnung mit dem Auferstandenen – sie ereignet sich auch heute noch in Menschen aus Fleisch, die von diesem Jesus Christus so ergriffen sind, dass sie über den bloßen Augenschein hinaus tiefer erkennen können, was die Welt im Innersten zusammenhält. Wer glaubt, weiß eben nicht nur, was des Menschen Geist zu denken vermag; wer glaubt, erkennt auch, das Liebe nie nur ein Lippenbekenntnis sein kann. Ein Fleisch mit dem Menschen zu werden – das hat Gott über den Tod hinaus gefallen. Wahrhaftig: Er ist der Leibhaftige. Seitdem kann man wissen, wenn man es wissen will: Weil er nicht gestorben und auferstanden ist, lebt er noch heute! Einfach märchenhaft!

Beim Leibhaftigen, ich wünsche Ihnen eine erkenntnisreiche Woche,

Ihr Dr. Werner Kleine, PR
Katholische Citykirche Wuppertal

Alle "Wochenworte" finden Sie in unserem Weblog "Kath 2:30":
"Wort zur Woche" auf Kath 2:30

Hammelsprung


Eine biblische Anleitung für eine kirchliche Streitkultur

In der Herde des Herrn wird wieder gestritten. Dabei sind es diesmal die Leithammel in der Herde, die im Konflikt untereinander stehen. Ist dadurch schon die Einheit der Herde gefährdet? Wohl kaum, denn im Streben nach der Wahrheit hat die Kirche immer wieder erfahren, dass der Streit ein probates Mittel der Erkenntnis ist. Allerdings müssen die Mitstreiter bestimmte Regeln beachten, wenn sie nicht bloß zu Streithammeln werden möchten.

Zum Beitrag "Hammelsprung" von Dr. Werner Kleine

Der Beitrag zum Anhören bei Soundcloud

Zur Soundcloud-Playlist mit allen Dei-Verbum-Beiträgen

Blessing of Bikes and Bikers • Motorradsegnung • Fr., 27.4.2018, 17 Uhr • Laurentiusplatz


Katholische Citykirche vor Ort


Kath. Citykirche auf der Alten Freiheit (Foto: W. Kleine)

Am Mittwoch, dem 18. April 2018 ist die Katholische Citykirche vor Ort. Entsprechendes Wetter vorausgesetzt wird der Stand der Katholischen Citykirche Wuppertal voraussichtlich in der Zeit von 12.00-14.00 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz in Wuppertal-Elberfeld stehen.

LebensWert • Möglichkeiten, Risiken und ethische Herausforderungen der Pränataldiagnostik


Podiumsgespräch und Diskussion
mit
- Prof. Dr. Wolfgang Bergem (Familienvater)
- Dr. Stephan Ganz (leitender Oberarzt Geburtshilfe am Helios-Klinikum Niederberg)
- Dipl.-.Soz. Silvia Holzinger-Buhr (Esperanza-Schwangerschaftsberatung der Caritas in Wuppertal)
- Dr. Werner Kleine (Theologe)

Moderation: Religionskurs der Q1 (Jgst. 11) von Sarah Rottmann

Methoden vorgeburtlicher Untersuchungen machen es möglich, Krankheiten und Fehlbildungen beim ungeborenen Kind zu diagnostizieren. So können Herzfehler frühzeitig erkannt und Leben gerettet werden. Zugleich kann die Diagnose eines auffälligen Befunds zu der Entscheidung eines Schwangerschaftsabbruchs führen. Die Pränataldiagnostik birgt enorme Verantwortung in sich. Sie stellt uns alle vor existenzielle Fragen: Was macht das Leben lebenswert? Hat der Mensch das Recht, über den Lebenswert zu entscheiden? Wer gibt Menschen das Recht, über Wert oder Unwert des Lebens zu entscheiden? Wer steht Eltern, die mit einem auffälligen Befund konfrontiert werden, zur Seite? Welche Haltung nimmt Kirche dazu ein und wie kann Kirche Eltern in dieser schwierigen Entscheidungsphase unterstützen? Auf welche gesellschaftlichen Rahmenbedingungen kann Kirche für ein Leben mit Behinderung hinwirken?

Donnerstag | 19. April 2018 | 08:00 Uhr
St. Anna Schule Wuppertal, Forum, Dorotheenstr. 11-19,
42105 Wuppertal

Mystagogische Kirchenführungen in Wuppertal


Mystagogische Kirchenführung in Wuppertal (Foto: Christoph Schönbach)

Die nächste Kirchenführung der besonderen Art (mystagogische Kirchenführung) findet am Dienstag, den 24. April 2018 um 18.00 Uhr in St. Antonius (Unterdörnen 137/Nähe Alter Markt in Wuppertal-Barmen) statt.

Im Unterschied zu herkömmlichen Kirchenführungen, die eher kunst- oder architekturgeschichtlich orientiert sind, möchte die mystagogische Kirchenführung den Kirchenraum als Kultraum erschließen. Kirchen sind nicht bloß Versammlungsstätten, sie sind auch Stein gewordene Glaubenszeugnisse ihrer Zeit. Das Entdecken dieser spirituellen und mystischen Dimension des Raumes und seiner „kultischen Funktion“ steht im Mittelpunkt der mystagogischen Kirchenführung. Dabei werden vor allem zentrale Orte der katholischen Liturgie (Eingang, Taufbecken, Ambo, Altar, Tabernakel) aufgesucht und und in ihrer rituellen Bedeutung erschlossen. Die mystagogische Kirchenführung wird dabei selbst gewissermaßen zu einer Liturgie. Zur mystagogischen Kirchenführung gehören daher auch kleine, von den Teilnehmern selbst vollzogene Riten wie etwa eine Weihrauchspende oder das Schmecken von Manna.

Es wird um eine Anmeldung bis zum 20. April 2018 unter 0202-42969674 oder per Mail an sekretariat@katholische-citykirche-wuppertal.de gebeten. Die Kirchenführung dauert etwa 75 Minuten.

Weitere Informationen unter www.mystagogische-kirchenfuehrung.de.

Braucht es ein leeres Grab? Die Entwicklung des Glaubens an die Auferstehung im Alten und im Neuen Testament • Dei Verbum direkt (Diskussion zu Bibel)


Dr. Till Magnus Steiner und Dr. Werner Kleine im Streitgespräch (Foto: Christoph Schönbach)

Seit März 2015 betreibt die Katholische Citykirche Wuppertal den biblischen Weblog "Dei Verbum" (www.dei-verbum.de). In wöchentlichen Beiträgen zeigen der in Jerusalem lebende Alttestamentler Dr. Till Magnus Steiner und der Wuppertaler Neutestamentler Dr. Werner Kleine, dass die Bibel auch für heutige Fragen in Kirche und Gesellschaft relevant ist.

Begleitend zum Weblog gibt es regelmäßig Live-Diskussionen (Dei Verbum direkt). Das nächste offene Gespräch findet am Dienstag, dem 24. April 2018 um 19.00 Uhr im Berliner Plätzchen (Berliner Str. 173/Ecke Langobardenstr. in Wuppertal-Oberbarmen) zum Thema "Braucht es ein leeres Grab? Die Entwicklung des Glaubens an die Auferstehung im Alten und im Neuen Testament“ statt.

Der Glaube an die Auferstehung Jesu vom Kreuzestod ist die Basis des christlichen Glaubens schlechthin. Gleichwohl hat der Glaube an die Auferstehung selbst schon tiefere Wurzeln. Er begegnet schon im Alten Testament. So verwundert es nicht, dass es zur Zeit Jesu innerhalb des Judentums sowohl die Partei der Pharisäer gibt, die an die Auferstehung glauben, aber auch die Partei der Sadduzäer, die genau das ablehnen.

Ist der Glaube an die Auferstehung selbst schon vorchristlich begründet, kommt mit dem Bekenntnis zu dem vom Kreuzestod Auferstandenen eine weitere Komponente hinzu. Die Konkretion der Auferstehungserfahrung bringt eine neue Qualität mit sich, die der intellektuellen Vergewisserung bedarf. Dieser Herausforderung stellen sich die neutestamentlichen Autoren ebenso wie der Frage nach der Bedeutung der Auferweckung des Gekreuzigten, die in sich ein Paradox birgt: Wenn Jesus als Gottverlassener stirbt und doch von Gott auferweckt wird, dann liegt in dem historischen Ereignis des Kreuzestodes eine tiefere Bedeutung, von der aus das Leben und Handeln des irdischen Jesus in einem neuen Licht erscheint. Das ist der Beginn der christlichen Theologie, deren Anfänge im Neuen Testament bezeugt sind.

Voraussichtlich wird die Diskussion per Facebook-Livestream (erreichbar unter www.kck42.de/live) in Echtzeit ins Internet übertragen.

Platzreden! • 25.4.2018 • 12 Uhr • Berliner Platz


Verkündigung mit Leidenschaft! - Dr. Werner Kleine bei der Platzrede im Oktober 2017. Diskussion ausdrücklich erwünscht! (Foto: Christoph Schönbach)

Von Beginn an ereignete sich die Verkündigung der frohen Botschaft in der Öffentlichkeit. Die situative Rahmenbedingung Bergpredigt oder die Feldrede Jesu, die im Matthäus- bzw. Lukasevangelium einen wesentlichen Teil der Verkündigung Jesu überliefern belegen dies ebenso wie die Pfingstrede des Petrus oder die Rede des Paulus auf dem Athener Areopag in der Apostelgeschichte. Dabei lässt schon die biblische Tradition eine enge Verbindung der Verkündigung der frohen Botschaft mit dem aktuellen Alltag der Zuhörerinnen und Zuhörer erkennen. 

Die Katholische Citykirche Wuppertal nimmt diese biblische Tradition mit einem neuen Projekt, den „Platzreden“ wieder auf. Pastoralreferent Dr. Werner Kleine wird am Mittwoch, dem 25. April 2018 um 12 Uhr die zweite Platzrede in diesem Jahr auf dem Berliner Platz in Wuppertal-Oberbarmen halten. Dabei wird er ebenso auf theologische wie auf tagesaktuelle und lokalrelevante Inhalte eingehen. Der konstruktive Zwischenruf seitens des Publikums ist ausdrücklich erwünscht. 

Die Platzreden verstehen sich als ernsthafte Unterhaltung an einem besonderen öffentlichen Ort. Gerade der Berliner Platz, der jüngst als „gefährlicher Ort“ eingestuft wurde, wurde zum Auftakt gewählt. Wo sonst in der Stadt könnte die biblische Zusage des „Fürchtet euch nicht“ deutlicher zur Sprache kommen.

Die Platzreden werden in Kooperation mit dem „Berliner Plätzchen“, einer Einrichtung der kath. Pfarrgemeinde St. Johann Baptist gegenüber des Berliner Platzes, veranstaltet.

Symbole, Zeichen, Riten - Wer von Gott reden will, muss eine besondere Sprache sprechen • Glaubensinformation in Wuppertal


Im Rahmen der Reihe „Glaubensinformation“ lädt die Katholische Citykirche Wuppertal am Mittwoch, dem 25. April 2018 um 19 Uhr in das Katholische Stadthaus (Laurentiusstr. 7, Wuppertal-Elberfeld, 1. Etage) ein. Pastoralreferent Dr. Werner Kleine geht dann dem Thema „Symbole, Zeichen, Riten - Wer von Gott reden will, muss eine besondere Sprache sprechen“ nach.

Die Frage, ob überhaupt und wie man angemessen von Gott reden kann, ist eine Grundherausforderung der menschlichen Kommunikation. Selbst wenn man den Gottesglauben für sich ablehnt, bleibt das Problem, wie man über Dinge, die sich dem sinnlichen Zugriff entziehen, reden kann. Die Herausforderung stellt sich insbesondere für diejenigen, die an eine göttliche Transzendenz glauben.

Es ist die Begrenztheit menschlicher Sprache, die überwunden werden muss. Gleichzeitig eröffnet eben diese Sprache mit ihren metaphorischen Möglichkeiten, die Wege einer sinnvollen Kommunikation über das, was hinter der sichtbaren Welt stehen mag. Es sind Symbole, Zeichen und Riten, die sowohl im Reden wie im Tun einen neuen Horizont menschlicher Kommunikation eröffnen, der über das bloß scheinbar Sagbare hinausweist. Es ist eine Form der Kommunikation, die grundsätzlich notwendig ist, will der Mensch sich selbst nicht in einem niederschwelligen Materialismus verlieren. Gleichzeitig ist es eine Sprache, die wie andere sprachen erlernt werden muss. Vielleicht gehört das Neuerlernen symbolischer Kommunikationen sogar grundsätzlich zu den großen Herausforderungen der Gegenwart.

Voraussichtlich wird die Veranstaltung per Facebook-Livestream in der Facebookseite der Katholischen Citykirche Wuppertal übertragen. Die Seite ist unter www.kck42.de/facebook öffentlich zugänglich.

Weitere Informationen zur Reihe "Glaubensinformation"

Dem Hl. Judas Thaddäus zur Ehre • Wallfahrt zum Patron der Hoffnungslosen am 28.4.2018


Der Hl. Judas Thaddäus wird an jedem 28. eines Monats in St. Marien in Wuppertal-Elberfeld geehrt.

Der Hl. Judas Thaddäus gehört zu den fast vergessenen Aposteln. Er ist der Patron der Hoffnungslosen und Vergessenen. Sein Gedenktag ist der 28. Oktober.

Ihm zu Ehren versammeln sich schon seit langem in Mexiko-Stadt viele, die am Rande der Gesellschaft stehen oder hoffnunglos sind, an jedem 28. eines Monats, um ihn als starken Fürsprecher anzurufen. Zusammen mit dem Sozialdienst kath. Frauen (SkF) e.V. Wuppertal, dem Caritasverband Wuppertal/Solingen, der Notfallseelsorge Wuppertal und der Seelsorge für Obdachlose, Prostituierte und Drogenabhänge lädt die Katholische Citykirche Wuppertal alle, die hoffnungslos sind oder am Rand der Gesellschaft stehen an jedem 28. Tag eines Monats nach St. Marien in Wuppertal-Elberfeld (Wortmannstr./Ecke Hardtstr.) von 12-14 Uhr ein, um den Hl. Judas Thaddäus um Beistand und Fürsprache zu bitten. Neben einem kurzen Gottesdienst and der Judas-Thaddhäus-Statue (13 Uhr) gibt es auch Gelegenheit, bei einem Mittagessen ins Gespräch zu kommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Jede und jeder ist willkommen!

Die nächste Wallfahrt findet am Samstag, dem 28. April 2018 von 12-14 Uhr in St. Marien (Wortmannstr. 2 in Wuppertal-Elberfeld) statt. Um 13 Uhr wird bei der Judas-Thaddäus-Statue in der Marienkirche eine Kurzandacht gehalten.

Das Projekt wird von der Metzgerei Kaufmann unterstützt.

Pfingstkonzert zugunsten des Kinderhospizes


Das Bundesjuristenorchester widmet sein jährliches großes Benefizkonzert am Pfingstmontag in der Wuppertaler Friedhofskirche dem Bergischen Kinder- und Jugendhospiz Burgholz.

Das Bundesjuristenorchester wurde im Jahr 2002 gegründet. Vom Studenten bis zum Pensionär, vom Richter über den Rechtspfleger bis zum Rechtsanwalt und Notar sind nahezu alle juristischen Berufsgruppen aus ganz Deutschland vertreten. Geleitet wird das Bundesjuristenorchester von Georg Dücker. Schirmherr ist der Bundesjustizminister.
Einmal im Jahr stellen die Musiker ihre Probenarbeit im Rahmen eines großen Wohltätigkeitskonzertes vor. Für dieses Highlight 2018 haben sie Wuppertal auserkoren.
Mit der 3. Sinfonie in Es-Dur von Ludwig van Beethoven und Haydn Variationen in B-Dur von Johannes Brahms lädt das Orchester zusammen mit dem Caritasverband Wuppertal/Solingen und der Diakonie Wuppertal am Pfingstmontag, 21. Mai, in die wunderschöne Friedhofskirche mit ihrer großartigen Akustik an der Hochstraße 15, 42105 Wuppertal, ein. Einlass 10.30 Uhr, Konzert-Beginn 11.00 Uhr.

Der Erlös aus dem Konzert kommt in Gänze dem Bergischen Kinder- und Jugendhospiz Burgholz zu Gute.

Karten zum Preis von 20 Euro kann man unter Tel. 0202 695577110 vorbestellen bzw. im Vorverkauf unter www.wuppertal-live.de erwerben. Vorverkaufsstellen sind in Wuppertal die Ticket-Zentrale und das Musikhaus Landsiedel-Becker, in Solingen das Solinger Tageblatt und in Remscheid Gottl. Schmidt, Papier und Schreibwaren.

Das Bergische Kinder- und Jugendhospiz Burgholz ist vor allem auf Spenden und Zuwendungen angewiesen, um Eltern und Geschwistern zu ermöglichen, mit den lebenszeitverkürzt erkrankten Kindern aufgenommen zu werden.

Kunst an St. Laurentius - Himmelsknoten (Annette Marks)


Die Wuppertaler Künstlerin Annette Marks hat im Auftrag der Katholischen Citykirche Wuppertal eine großformatige Plane erstellt, die zur Zeit an der Laurentiusbasilika in Wuppertal-Elberfeld gezeigt wird. Das Bild wurde anlässlich des Osterfestes erstellt. Ostern ist der Höhepunkt des Kirchenjahres – ein drei Tage währendes Fest (Triduum Paschale), mit dem die Kirche jährlich den inneren Grund des christlichen Glaubens feiert: Kreuzestod und Auferstehung Jesu Christi.

In ihrem Bild setzt sich Annette Marks mit dem Paradox, das der Auferstehung des Gekreuzigten zu eigen ist, auseinander. In sich bedeutet der Glaube an die Auferstehung des am Kreuz Gestorbenen schon eine Herausforderung, mit der sich auch die biblischen Autoren auseinandersetzen. Paulus etwa fragt im 1. Korintherbrief nicht ohne Grund:

„Ich erinnere euch, Brüder und Schwestern, an das Evangelium, das ich euch verkündet habe. Ihr habt es angenommen; es ist der Grund, auf dem ihr steht. Durch dieses Evangelium werdet ihr gerettet werden, wenn ihr festhaltet an dem Wort, das ich euch verkündet habe, es sei denn, ihr hättet den Glauben unüberlegt angenommen.“ (1 Korinther 15,1f)

Weil man die Auferstehung eben nicht einfach nur glauben kann, sondern mit Überlegung erkennt, benennt Paulus wenige Verse später über 513 Zeugen.

Kann die Auferstehung des Gekreuzigten so wenigstens plausibel erscheinen, ergibt sich ein neues Paradox, bedeutet der Kreuzestod nach damaligen Maßstäben doch, gottverlassen zu sein. Es heißt ja im Buch Deuteronomium ohne Wenn und Aber:

„Ein Gehenkter ist ein von Gott Verfluchter.“ (Dtn 21,23)

Die Auferstehung freilich ist ein Akt neuer Schöpfung, die allein Gott zukommt. Was für ein Paradox: Der Gottverlassene wird von Gott gerettet. Diesen gedanklichen Knoten aufzulösen ist das Ziel der neutestamentlichen Autoren. Sie erkennen: Die Lösung des garstigen Osterknotens führt zu der Erkenntnis, dass Gott einen ganz anderen Knoten gelöst hat: Es ist der Himmelsknoten, der die Herrlichkeit Gottes vor den Menschen verbirgt, so wie Gott es Mose sagt, als der die Herrlichkeit Gottes schauen möchte:

„Du kannst mein Angesicht nicht schauen; denn kein Mensch kann mich schauen und am Leben bleiben.“ (Ex 33,20)

Deshalb wurde im Jerusalemer Tempel das Allerheiligste mit einem Vorhang verdeckt, um die Herrlichkeit Gottes zu verbergen. Eben jener Vorhang zerreißt im Moment des Todes Jesu (vgl. Mk 15,38parr): Der Knoten zerreißt, die Herrlichkeit Gottes offenbart sich in diesem Moment, jenem Kairos, in dem alles für die Schöpfung anders wird. Das Kreuz wird zum Dreh- und Angelpunkt von Raum und Zeit. Es wird offenbar: Allen Menschen blüht nun das Leben im Moment des Todes. Die Zukunft ist nicht mehr leer – auch nach dem Tod nicht.

Annette Marks setzt das eigentlich Unsagbare, wenn das Göttliche und das Menschliche, das Ewige und das Zeitliche, das Unsterbliche und das Vergängliche sich begegnen, wunderbar und kunstvoll in Szene. Der Auferstandene durchbricht den Himmelsknoten, ohne den Knoten ganz zu lösen. Der Zweifel mag bleiben; das „Schon und noch nicht“ ist Teil der zeitlichen Existenz des Menschen. Ganz offenbar ist die Herrlichkeit Gottes noch nicht – und doch hält der Knoten letztlich alles zusammen. Das Dunkel des Todes – erfahrbar in den Kreuzen am rechten oberen Rand – ist bleibend gegenwärtig, wird aber schon von den Farben von Himmel und Licht angegangen. Es sind die Farben des Auferstandenen, die von oben, vom Himmel kommend überall da leuchten, wo die Gegenwart des Auferstandenen wirkt: In der Gemeinschaft derer, die in seinem Namen versammelt sind, im neuwerdenden Leben, ja selbst im Grab, das auch durch Wächter nicht verschlossen werden kann.

Der Knoten bleibt und er hält zusammen. Er begegnet den Menschen in den Broten des Lebens, die der Auferstandene den Betrachtern entgegenbringt, ebenso wie im Haar der Frau, die als erste den Vorhang für das Kommen Jesu hebt. Auch Maria ist eine Knotenlöserin. Was sie als Erste getan hat, sollen nun die Jüngerinnen und Jünger Jesu tun: Die Knoten in Hirnen und Herzen zu lösen, damit das Licht des vom Kreuzestod Auferstandenen die Welt durchflutet.

Dr. Werner Kleine

Über 100 Wuppertalerinnen und Wuppertaler feiern Ostern am Steingarten von Martin Michels


Über 100 Menschen folgten der Einladung zum zweiten Ostergottesdienst am Loher Steingarten (Foto: Christoph Schönbach)

Bereits zum zweiten Mal hat Pastoralreferent Dr. Werner Kleine von der Katholischen Citykirche Wuppertal am Ostermontag (2.4.2018) am stadtbekannten Steingarten von Martin Michels an der Nordbahntrasse/Bahnhof Loh einen Ostergottesdienst gefeiert. Über 100 Wuppertalerinnen und Wuppertal waren der Einladung gefolgt. Tatsächlich waren sie aus vielen Stadtteilen zum Loh gekommen – aus Wuppertal-Vohwinkel, -Uellendahl, -Cronenberg, -Barmen, -Oberbarmen und -Heckinghausen waren Menschen gekommen, um bei mildem Frühlingswetter das Osterfest zu begehen.

Traditionell steht der Ostermontag in der römisch-katholischen Tradition unter dem Zeichen der Emmausgeschichte. In ihr wird überliefert, wie zwei der Jünger Jesu am Tag nach der Auferstehung von Jerusalem nach Emmaus gehen und sich über die für sie noch unverständliche Botschaft der Auferstehung unterhalten. Auch nachdem der Auferstandene sich zu ihnen gesellt, verstehen sie noch nicht – obwohl der ihnen erschließt, was passiert ist. Erst abends werden sie ihn im Zeichen des Brotbrechens erkennen.

Dr. Werner Kleine nahm Bezug auf diese Erzählung. Er ermunterte, wie die Emmausjünger ins Gespräch zu kommen. Der Glaube lebt von der Weitergabe der biblischen Erzählungen. Das ist die eigentliche Tradition: Das Erzählen der einen großen Geschichte der Auferstehung des Gekreuzigten in den vielen Lebensgeschichten der Menschen.
Zum Abschluss erbat Dr. Werner Kleine den Segen für die Anwesenden und für die Stadt. Auch segnete er erneut die Steinmauer.
 
Martin Michels selbst hielt eine besondere Überraschung vor. An seinem Steingarten präsentiert er nicht nur viele kleinere und größere Objekte, die den Garten auch für Passanten zu einem Erlebnis werden lassen; es finden sich auch zahlreiche Handpuppen an der Mauer oder auf der Hecke. Anlässlich des Ostergottesdienstes hatte er nun von der Wuppertaler Puppenmacherin Marina Berghaus eine Handpuppe mit dem Konterfei von Dr. Werner Kleine anfertigen lassen, die nun im Garten zu sehen ist.

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Osterinstallation in St. Raphael (Wuppertal-Langerfeld)


Osterinstallation in St. Raphael (Foto: privat)

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich kann die Zeichen der Oster-Installation in der Kirche St. Raphael, in Wuppertal-Langerfeld, nur beschreiben und sprechen lassen. Und:  Mir fällt ein Lied ein, wenn ich die Installation intensiver betrachte; es heißt  „So ist Versöhnung“.
Und so lande ich in meiner Betrachtung von Kreuz und dem im Steingeröll entspringenden Bachlauf bei menschlichen Erfahrungen von kleinen und größeren Toden mitten im Leben:
Bei Trauer und Trennung, bei nicht gelingenden Gesprächen und dem Leben in der Fremde, bei dem Erleben, in sich gefangen zu sein, und vielfältigen Nöten.
Das alles ist menschliche Realität, macht unser Leben anstrengend, oft mehr als heraus-fordernd. Alles wird durchkreuzt. Ein Menschenleben „ohne Kreuz“, das gibt es nicht!
… Doch die Installation hört nicht beim Kreuz auf! Und auch das Lied erzählt nicht nur die Seite von Nacht und Bedrängnis. Ausgerechnet am Fußende des „toten Holzes“ entspringt ein Bach, fließt Wasser, durch Stein und Geröll hindurch, tränkt Erde am Rand. Es bleibt nicht ein Rinnsal, es speist einen Teich; es ermöglicht Pflanzen zu wachsen und gibt Fischen einen Lebensraum.
Das ist keine Idylle: Es braucht eine gehörige Portion Zeit bis die Erde grünt und Leben einkehrt in das kühle Nass. Es braucht eine Wegstrecke vom Kreuz durch das Steinig-Starre hindurch, bis etwas in Fluss kommt und ein Lebewesen spürt, im eigenen Element zu sein. „Wie ein Brief nach langem Schweigen. Wie unverhoffter Gruß. (…) Wie ein Weg aus der Bedrängnis. Wie ein strahlendes Gesicht“. Ja, das ist Ostern! Im Lied heißt es: „So ist Versöhnung“,- auch eine Auferstehungserfahrung. Nicht ohne Kreuz unser Leben, UND DENNOCH AUCH Sonne, Tanz, … ein Fest! Viele kleine und größere Auferstehungserlebnisse!
… Lange war das Kreuz verhüllt. - Jetzt wird der Blick frei auf dieses anstößige Zeichen. Ich bin überrascht: Das Kreuz erzählt mir auch von Versöhnung mit dem Leben.
- Vielleicht erzählt es Ihnen ganz anderes. Das Kreuz bleibt vielschichtig, ebenso wie die Installationsgestaltung. Ein Gespräch mit anderen ist bestimmt anregend! Probieren Sie es doch einmal!
Herzlich danken möchte ich allen, die diese Oster-Installation mit viel Liebe geschaffen haben, und auf diese Weise unsere biblisch-christliche Hoffnung verkünden!
Ich wünsche Ihnen ein frohes Osterfest!

Nicola Dilger (Gemeindereferentin)

Sa, 14. Dezember 2019 - Sa, 14. März 2020

Dezember
50. Woche
Sa, 14. Dezember 2019 18:00 Basilika St. Laurentius
Laurentiusplatz
42103 Wuppertal
So, 15. Dezember 2019 11:30 St. Konrad
Hatzfelder Str. 265
42281 Wuppertal
So, 15. Dezember 2019 12:00 St. Antonius
Unterdörnen 137
42275 Wuppertal
So, 15. Dezember 2019 15:03 Wichernkapelle (Nordbahntrasse - Bergisches Plateau)

So, 15. Dezember 2019 19:00 Laurentiusplatz

42103 Wuppertal-Elberfeld
51. Woche
Mo, 16. Dezember 2019 12:30 Basilika St. Laurentius
Laurentiusplatz
42103 Wuppertal
Mo, 16. Dezember 2019 15:00 - 17:00 Eiscafé Giannone
Kaiserstraße 122
42329 Wuppertal
Di, 17. Dezember 2019 12:30 Basilika St. Laurentius
Laurentiusplatz
42103 Wuppertal
Di, 17. Dezember 2019 17:00 St. Antonius, Turmkapelle
Unterdörnen 137
42275 Wuppertal
Di, 17. Dezember 2019 19:00 Berliner Plätzchen
Berliner Straße 173
42277 Wuppertal
Mi, 18. Dezember 2019 11:00 - 15:00 Laurentiusplatz

42103 Wuppertal-Elberfeld
Mi, 18. Dezember 2019 12:30 Basilika St. Laurentius
Laurentiusplatz
42103 Wuppertal
Mi, 18. Dezember 2019 19:00 - 20:30 Kath. Stadthaus, 1. Etage
Laurentiusstraße 7
42103 Wuppertal
Do, 19. Dezember 2019 12:30 - 12:45 Basilika St. Laurentius
Laurentiusplatz
42103 Wuppertal
Fr, 20. Dezember 2019 12:30 Basilika St. Laurentius
Laurentiusplatz
42103 Wuppertal
So, 22. Dezember 2019 10:30 St. Antonius, Pfarrzentrum
Unterdörnen 137
42275 Wuppertal
So, 22. Dezember 2019 11:30 St. Konrad
Hatzfelder Str. 265
42281 Wuppertal
So, 22. Dezember 2019 15:00 Basilika St. Laurentius
Laurentiusplatz
42103 Wuppertal
So, 22. Dezember 2019 15:03 Wichernkapelle (Nordbahntrasse - Bergisches Plateau)

52. Woche
Di, 24. Dezember 2019 12:00 Laurentiusplatz

42103 Wuppertal-Elberfeld
Di, 24. Dezember 2019 17:00 St. Antonius, Turmkapelle
Unterdörnen 137
42275 Wuppertal
Do, 26. Dezember 2019 12:30 - 12:45 Basilika St. Laurentius
Laurentiusplatz
42103 Wuppertal
Sa, 28. Dezember 2019 12:00 - 14:00
So, 29. Dezember 2019 11:30 St. Konrad
Hatzfelder Str. 265
42281 Wuppertal
So, 29. Dezember 2019 15:03 Wichernkapelle (Nordbahntrasse - Bergisches Plateau)

Von Gott geliebt

Wie die Schrift bezeugt, hat Jerusalem die Zeit seiner Heimsuchung nicht erkannt, und ein großer Teil der Juden hat das Evangelium nicht angenommen, a nicht wenige haben sich seiner Ausbreitung widersetzt (vgl. Römer 11,28). Nichtsdestoweniger sind die Juden nach dem Zeugnis der Apostel immer noch von Gott geliebt um der Väter willen; sind doch seine Gnadengaben und seine Berufung unwiderruflich. Mit den Propheten und mit dem Apostel Paulus erwartet die Kirche den Tag, der nur Gott bekannt ist, an dem alle Völker mit einer Stimme den Herrn anrufen und ihm „Schulter an Schulter dienen“ (Zefanja 3,9).
(II. Vatik. Konzil, Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen, 4)

Katholische Citykirche Wuppertal Katholische Citykirche Wuppertal,
Laurentiusstr. 7
42103 Wuppertal
Tel.: +49 (0)202-42 96 96 74
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