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Katholische Citykirche Wuppertal

Das Wort zur Woche (14. Februar 2016 - 1. Fastensonntag, Lesejahr C)

Dr. Werner Kleine
Katharina Nowak

„Nicht mit der Keule des Gerichts, sondern mit der Decke der Barmherzigkeit“

Seit dieser Woche befinden wir uns wieder in der Fastenzeit, der vorösterlichen Bußzeit, die die christliche Tradition bereits seit dem zweiten Jahrhundert kennt. Zunächst wurde diese allerdings nur an den beiden Tagen vor Ostern begangen, dauerte dann im 3. Jahrhundert schon die ganze Karwoche und ab dem 5. Jahrhundert dann in der heutigen Form - 40 Tage vor Ostern.

Auch das Evangelium des heutigen Sonntags berichtet uns vom Fasten, von der 40-tägigen Wanderung Jesu durch die Wüste, an deren Ende er dreimal vom Teufel in Versuchung geführt wird.

Die Frage, die sich uns heute stellt: Wer ist dieser Teufel? Nehmen wir „ihn“ als Teufel wahr oder haben wir die Sensibilität dafür nicht (mehr)? Sicherlich ist es niemand, der sich uns - wie die Kunst es oft darzustellen versucht -, als roter Mann mit Hörnern und Pferdehuf und nach Schwefel riechend entgegenstellt und uns in die Sphären der Unterwelt zu ziehen versucht. Aber dennoch gibt es „ihn“, mal mehr mal weniger personifiziert, als „kleine“ Versuchungen des Alltags. 

Beim Fasten denken wir immer schnell an Alkohol, Süßigkeiten und Fleisch. Sicherlich wird es uns unsere Physis danken, wenn wir die Fastenzeit zum Anlass nehmen, auch über Genussmittel-Verzehr mal wieder etwas genauer nachzudenken. Aber dies ist nicht, zumindest nicht allein, der Kern dessen, was die Fastenzeit uns „aufgibt“. Vielmehr geht es auch um Versuchungen wie Oberflächlichkeit, Arroganz, Desinteresse, Unehrlichkeit, Vertrauensbruch, Egoismus… 

Auch hierbei bietet die Fastenzeit viele Möglichkeiten, die wir natürlich auch zu jedem anderen Zeitpunkt ergreifen können, hier aber nochmal eigens dazu aufgefordert werden.

Nämlich die Möglichkeit, mit Blick auf das vor uns liegende Fest unserer Erlösung durch Tod und Auferstehung Jesu, unser Leben von diesen Versuchungen zu „entrümpeln“. Sicher haben wir alle viele Aspekte in unserem Alltag, die wir so mitschleifen, die uns aber eigentlich nur belasten. Beziehungen, die uns nicht guttun, weil es Unausgesprochenes gibt, das lähmt. Probleme, deren Bewältigung wir vor uns herschieben, anstatt sie mutig, mit dem Risiko erstmal (!) zu scheitern, anzupacken. Und vielleicht auch eine „unaufgeräumte“ Beziehung zu uns selber und damit zu Gott, unserem Ursprung. Und an dieser Stelle kommt der zweite Aspekt neben dem Fasten, der prägend für diese Vorbereitungszeit auf Ostern ist, ins Spiel: die Buße. 

Viele wird dieser Begriff zunächst abschrecken, aber, wenn wir uns einmal darauf einlassen, steckt eine riesige Chance darin. Bruder Paulus berichtet auf seiner Facebookseite vom Treffen des Papstes vor einigen Tagen mit einigen Brüdern aus dem Orden der Franziskaner, bei dem er ein paar wesentliche Punkte des Beichtsakramentes, das ja eng mit der Buße verbunden ist, benennt. Diese Punkte können den Blick auf das Bußsakrament neu eröffnen (Auszug aus seinem Post vom 9. Februar 2016); der Kerngedanke ist – an die Beichtväter gerichtet: richtet und verurteilt nicht; begegnet nicht mit der Keule des Gerichts, sondern mit der Decke der Barmherzigkeit. 

Ein sehr schönes Bild, dass wir Gott mit allem, was uns beschäftigt begegnen dürfen, dass wir uns vor ihm nicht verstecken müssen, sondern mit allen Fehlern und Schwächen angenommen und  - wenn wir es wollen – in die Decke der Barmherzigkeit gehüllt werden. Nicht zum Nulltarif natürlich, sondern bereuend. Dies beinhaltet eben zumeist auch eine „Entschuldigung“ bei uns selber, bei einem Mitmenschen, bei Gott. Vergebung schenken ist eines der größten Geschenke, die wir jemandem machen können und Vergebung geschenkt zu bekommen eines der größten Glücksmomente. Jeder von uns kennt dieses Gefühl vermutlich, wenn nach einer längeren oder auch nur kurzen Eiszeit, wieder Friede hergestellt ist, wenn Probleme besprochen und Unstimmigkeiten geklärt werden konnten.

Vielleicht können wir über ein „Fastenziel“, dass wir uns vielleicht gesetzt haben, im Hinblick auf einen Verzicht, hinaus, zu einem Mehr-Wert in dieser Zeit gelangen. Indem wir unseren Blick wieder einmal schärfen für das, was wichtig ist in unserem Leben. Sich nicht in Oberflächlichkeiten zu ergehen, sondern das Gegenüber in seiner Ganzheit und Individualität wahrzunehmen und wertzuschätzen. Uns nicht selber immer in den Mittelpunkt zu stellen, ABER uns auch nicht aus dem Blick zu verlieren. Um Vergebung zu bitten, aber auch selber zu vergeben. 

Dazu bietet das Datum dieses Sonntags auch in „weltlicher“ Sicht ja allen Anlass, wenn heute vielfach der Valentinstag gefeiert wird. So können wir diesem Tag eine besondere Gestalt geben, in dem wir den Menschen, die wir lieben, dies einmal mehr sagen. Indem wir uns für eventuelles Fehlverhalten oder Verletzungen, wenn wir etwas Unbedachtes gesagt oder getan haben, entschuldigen.

Und ein weiterer Vorsatz kann vielleicht hilfreich sein, gerade in diesen Tagen, in denen die (sozialen) Medien voll sind von zum Teil höchst emotionalen Kommentaren – dass wir versuchen einen Gang herunter zu schalten, mal einen Moment länger darüber nachdenken, was wir zu schreiben oder zu sagen gedenken, und uns der „Versuchung“, unserer Emotionalität ohne Einschalten der Rationalität ein Ventil zu geben, nicht hingeben.

Ich wünsche uns allen eine gute Fastenzeit, aus der wir durch ein WENIGER, aber vor allem durch ein MEHR, gestärkt herausgehen und im wahrsten Sinne des Wortes ERLÖST Ostern feiern können. Für alle schwierigen Gespräche und Aufgaben, die damit verbunden sind, viel Kraft und Mut, und die Gewissheit, dass einer immer zur Vergebung bereit ist und die Decke der Barmherzigkeit um uns legt.

Ihre Katharina Nowak

Alle "Wochenworte" finden Sie in unserem Weblog "Kath 2:30":
"Wort zur Woche" auf Kath 2:30

MittagsMUSIK zur Fastenzeit in St. Laurentius


Katholische Citykirche vor Ort


Kath. Citykirche vor Ort. (Foto: Werner Kleine)

Am Mittwoch, dem 17. Februar 2016 ist die Katholische Citykirche vor Ort. Entsprechendes Wetter vorausgesetzt wird der Stand der Katholischen Citykirche Wuppertal voraussichtlich in der Zeit von 12.00-14.00 Uhr auf dem Johannes-Rau-Platz in Wuppertal-Barmen stehen.





Jahr der Barmherzigkeit in Wuppertal


Die Wuppertaler Barmherzigkeitskerze trägt das Logo des Jahres der Barmherzigkeit. (Foto: Werner Kleine)

Am 8. Dezember 2015 hatte Papst Franziskus in Rom das “Jahr der Barmherzigkeit” eröffnet. In der Verkündigungsbulle des Außerordentlichen Jahres der Barmherzigkeit “Misericordiae vultus” schreibt Papst Franziskus: Es gibt Augenblicke, in denen wir aufgerufen sind, in ganz besonderer Weise den Blick auf die Barmherzigkeit zu richten […].“ Die Barmherzigkeit soll gerade während des Heiligen Jahres in besonderer Weise und neu in das Bewusstsein der Menschen gerückt werden.

Auch die Katholische Kirche in Wuppertal begeht deshalb das Jahr der Barmherzigkeit. Am Mittwoch, dem 17. Februar 2016 wird Stadtdechant Dr. Bruno Kurth im Rahmen einer feierlichen Vesper, die um 18 Uhr in der Basilika St. Laurentius beginnt, die Barmherzigkeitskerze segnen und feierlich entzünden, die im Laufe des Jahres an verschiedenen Orten in Wuppertal brennen wird. Die Kerze trägt das Symbol des Heiligen Jahres. Insbesondere in den sieben katholischen Seelsorgebereichen und Pfarrverbänden wird die Kerze Station machen. Dort werden dann besondere Gottesdienste zum Jahr der Barmherzigkeit gefeiert. Aber auch an anderen öffentlichen Orten oder Anlässen wird die Barmherzigkeitskerze entzündet – so etwa bei der Motorradsegnung der Katholischen Citykirche Wuppertal am 29. April 2016 auf dem Laurentiusplatz.

Glaubensinformation: Sakramente im Leben der Kirche II - Buße und Krankesalbung


Im Rahmen der Reihe „Glaubensinformation“ lädt die Katholische Citykirche Wuppertal zu einem Abend über die Sakramente der Beichte under Krankensalbung ein.

Sakramente sind im Verständnis der katholischen Kirche heilige Symbolhandlungen, die biblisch begründeten Willen Gottes seine Nähe zu den Menschen zum Ausdruck bringen. Die Sakramente der Beichte und der Krankensalbung gelten dabei als "Sakramente der Tröstung". Sie zeigen in Wort und Tat an, dass Gott den Menschen auch in Krankheit und Leid nicht fern ist und ihn auch in Situationen, in denen der Mensch Schuld auf sich geladen hat, trägt.

Die Psalmen sind eine lyrische Form des Betens. Der in Jerusalem (Israel) lebende und arbeitende Alttestamentler Dr. Till Magnus Steiner hat sie wissenschaftlich erforscht. Er wird an dem Abend live aus Jerusalem via „Skype“ zugeschaltet und von seiner Arbeit berichten, aber auch mit dem Wuppertaler Neutestamentler Dr. Werner Kleine und den anwesenden Teilnehmern diskutieren.

Diplom-Theologin Katharina Nowak wird am Mittwoch, dem 17. Februar 2016 von 19.00-20.30 Uhr im Katholischen Stadthaus (Laurentiusstr. 7 – am Laurentiusplatz in Wuppertal-Elberfeld – 1. Etage) über das Thema sprechen. 

Weitere Informationen zur Reihe "Glaubensinformation"

Leben aus dem Tod - eine mystagogische Friedhofsführung


Das Kreuz ist auch auf dem kath. Friedhof Hochstr. ein Zeichen des Sieges des Lebens über den Tod. (Foto: Werner Kleine)

Gemeinsam mit den Hospizdiensten der Caritas Wuppertal/Solingen e.V. lädt die Katholische Citykirche Wuppertal zu einer "mystagogischen Friedhofsführung" auf den Kath. Friedhof Hochstr. in Wuppertal-Elberfeld ein. Diese Friedhofsführung der besonderen Art mit Dr. Werner Kleine von der Katholischen Citykirche Wuppertal beginnt am Dienstag, dem 23. Februar 2016 um 16 Uhr am Eingang des Kath. Friedhofs (an der Friedhofskapelle).

Der Tod ist wie die Geburt ein Teil des Lebens. Für Christen kommt das Leben im Tod zu sich selbst. Friedhöfe sind deshalb nicht bloß Ruhestätten. Grab- und Gedenksteine legen Zeugnis vom Leben derer ab, die hier bestattet sind – und es sind bei weitem nicht nur die Geburts- und Todesdaten, die hiervon zeugen. Die mystagogische Führung auf dem Friedhof Hochstr. erschließt die Begegnung von Leben und Tod auf eine ganz besondere Weise. Es wird deutlich: Der Tod ist kein Ende, sondern Vollendung.

Dialog für Kirchenkritiker und Zweifler • 25.2.12016


Die KGI-Fides-Stelle Wuppertal lädt am Donnerstag, dem 25. Februar 2016 um 14.00 Uhr wieder zum Dialog für Kirchenkritiker und Zweifler in das Katholische Stadthaus (Laurentiusstr. 7 in Wuppertal-Elberfeld, 1. Etage) ein.

2. Wuppertaler Fahradkreuzweg


Neuer Kurs für erwachsene Firmbewerber


Am Mittwoch, dem 23. März 2016 startet der neue Vorbereitungskurs für erwachsene Firmbewerberinnen und -bewerber. Die Firmung wird im Rahmen einer Eucharistiefeier am Samstag, dem 14. Mai 2016 im Kölner Dom gespendet. Alle weiteren Informationen finden Sie hier:

KGI Fides Wuppertal: Firmkurs 1. Halbjahr

Mo, 03. Oktober 2022 - So, 16. Oktober 2022

Keine Termine gefunden

Unseretwegen

Der ewige Sohn, der wahrer Mensch geworden ist, wurde vom Teufel dreimal versucht, wie uns in drei Evangelien berichtet ist. Es ist von vornherein anzunehmen, dass diese drei Versuchungen von der höchsten aktuellen Bedeutung sind für die Menschen jeder Zeit und jeden Ortes; denn Christus wurde als Menschensohn versucht, das heißt nicht als Gott von göttlicher Natur, sondern als Gott, der die menschliche Natur wahrhaft angenommen hat. Um unseretwillen ist Christus versucht worden, nicht um seinetwillen: die Versuchungen sind ein Teil des Heils- und Erlösungswerkes, und also ist uns auch diese Erzählung zu unserem Heil gegeben und zu beständiger Meditation.
(Theodor Haecker)

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